Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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MANSFELD

C. Arnstein (Harkerode)

III.

Burg seit der Mitte des 12. Jh.s erwähnt, von 1387 bis 1780 in mansfeldischem Besitz; gotischer Wohnbau (»Palas«) um 1530 unter Hoyer VI. (III.) modernisiert (kunstgeschichtlich bedeutende Wappentafel), östlicher ma. Graben überwölbt und überbaut (wie in → Heldrungen); nach 1563 unter Gf. Johann Albrecht I. Ausbau der Burg. Wichtigster Bau der Zeit um 1400 der in voller Höhe erhaltene, mehrfach umgebaute wohnturmartige sog. Palas mit dem gleichzeitig errichteten südwestlichen runden Eckturm, eine reizvolle, die Landschaft beherrschende Baugruppe. Ursprgl. lagen über dem gewölbten Kellergeschoß noch drei Geschosse, davon mind. die beiden unteren gewölbt, das oberste ein Festsaal mit großen dreiteiligen Kreuzstockfenstern. Im dritten Viertel des 16. Jh.s wurden die beiden oberen Geschosse durch neue Flachdekken in vier Stockwerke von wohnlichem Charakter (Kamine und Aborterker) umgewandelt. Ein Treppenturm mit gedecktem Gang an der Westseite ersetzte ehem. Holzgalerien für den Zugang zu den einzelnen Geschossen. Von der archivalisch bezeugten reichen Ausstattung hat sich nichts erhalten. Weitere Modernisierungen und Ausbauten fanden in der Kapelle und den Wirtschaftsbauten statt. Verfall und Abbrüche seit der zweiten Hälfte des 18. Jh.s.

Roch-Lemmer, Irene: Die »Mansfeldische Chronica« des Cyriakus Spangenberg als baugeschichtliche Quelle für Burgen und Schlösser des Mansfelder Landes, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 13 (2004) S. 133-150. – Schmitt, Reinhard: Zur Geschichte und Baugeschichte der Burg Arnstein, Kreis Mansfelder Land, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 10 (2001) S. 33-135. – Schmitt, Reinhard: Burg Arnstein (Kreis Mansfelder Land). Ein Nachtrag, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 11 (2002) S. 195-198. – Stahl, Andreas: Die Burgen und Schlösser der Grafschaft Mansfeld en miniature, in: Burgen und Schlösser in Sachsen-Anhalt 19 (2010) S. 396–417.