Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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LIPPE

C. Detmold

I.

Theotmalli, Theotmelli (8. Jh., Annales regni Francorum); Thiatmalli, Thietmelli, Thietmelle (12. Jh., Vita Meinwerci); Thetmele (1223, Westfälisches UB IV, Nr. 118, S. 81); Detmele (1263, ebd., Nr. 987, S. 484); Detmule (1298, ebd., Nr. 2483, S. 118 f.); der Name bedeutet Volksgerichtsstätte und wird in früher Zeit für den Gau wie den Ort verwendet. Res.ort der lippischen Edelherren und Gf.en, v.a. seit 1511, mit einer Unterbrechung unter der Regierung Simons VI., dann bis 1918 ständige Res.; D, Nordrhein-Westfalen, Regierungsbezirk D., Kr. Lippe.

II.

Stadt und Burg liegen in der Werreniederung auf einem Schwemmfächer, den die Berlebecke nach dem Durchbruch durch die nördliche Muschelkalkkette des Teutoburger Waldes gebildet hat (134 m NN). Dort stand für die Anlage einer Stadt ein günstiges, gut zu sicherndes, von sumpfigem Gelände umgebenes Areal zur Verfügung. Es wird im O von der Werre umflossen, die sich nördlich der Stadt mit der Berlebecke vereinigt und liegt an einer Wegeverbindung, die von Paderborn kommend den Teutoburger Wald (Osning) überquert und weiter nach Herford führt. Ein weiterer Weg von Horn, der ebenfalls nach Herford führte wohl ursprgl. an diesem Platz vorbei und wurde erst nach der Stadtanlage in diese hineingezogen. Im Umkreis dieses Platzes fand 783 das siegreiche Gefecht Karls des Großen gegen die Sachsen bei Theotmalli statt. Es ist unsicher, ob die Gerichtsstätte, auf die der Name hindeutet, hier oder am Fuß der Grotenburg in Heiligenkirchen (Flurname »Thießplaß«) zu suchen ist. Ebenso unsicher ist die Einschätzung der Nachrichten zu einer Kirche in Thietmelle. Die Vita Meinwerci des 12. Jh.s berichtet von der Translation eines dortigen Altarsteins »von wunderbarer Größe« (mirabilis magnitudinis), den Papst Leo III. 799 geweiht habe, für 1023 nach Kl. Abdinghof in Paderborn, eine Kirche in Thietmelli wird unter Bf. Meinwerk an den Priester Waldier auf Lebenszeit übergeben (Vita Meinwerci, S. 106 bzw. 37), eine späte Nachricht bei dem Chronisten Albert Krantz (gest. 1516) spricht von der Errichtung einer Kapelle zum Gedenken an die göttliche Hilfe beim Sieg über die Sachsen auf einem Berg beim Schlachtfeld, Krantz 1520, II, c. IV: in quo a memoria Caroli erecta est capella divini auxilii nominata; zeitgenössische Übersetzung, Leipzig 1582: bey diesem Berge, darauff nach Caroli zeiten eine Capellen aufgericht vnnd genannt ist worden Gottes hülffe). Da sich bei der Erlöserkirche der Stadt D. (ma. Patrozinium St. Vitus) keine archäologischen Zeugnisse für eine Datierung vor 1300 ergeben haben, werden die frühen Belege für eine Kirche in Thietmelle von der Forschung zunehmend auf Heiligenkirchen (siehe oben) oder jedenfalls nicht auf das Areal der ma. Stadt D. bezogen. Diese Belege würden dann eine Kirche betreffen, die mit dem Gaunamen bezeichnet wurde. Unsicher bleibt dabei auch, auf welche Kirche die Nennung eines Priesters Hermannus de Thetmele zu 1223 zu beziehen ist (Westfälisches UB IV, Nr. 118, S. 81).

Die Forschung hat – nicht ohne Bedenken zu äußern – die Anfänge von Stadt und Burg D. in die Zeit kurz vor 1265 gesetzt. Damit gehörte auch diese Neugründung in die Politik der Herrschaftssicherung Bernhards III. ostwärts des Osning, im Gebiet zwischen → Falkenburg und Lemgo, und sie dürfte in jedem Fall nach der Anlage von Horn, → Blomberg und der Neustadt Lemgo erfolgt sein.

Wie die übrigen lippischen Städte weist auch D. ein Dreistraßenschema auf. Die mit der Stadt eng verbundene Burg wurde im NW-Viertel placiert, ebendort im Winkel von NS- und WO-Achse ein freier Raum für die Kirche und östlich gegenüber für den kleinen Marktplatz ausgespart. Für einen gelegentlich auf dem Burggelände von der Forschung angenommenen Paderborner Haupthof fehlen Belege. Die Stadt wurde wohl bereits gegen Ende des 13. Jh.s mit einer Mauer umgeben, der Stadtgraben aus Werre und Berlebecke gespeist. Mit einer Gesamtfläche von 17, 5 ha (nach geringfügigen Erweiterungen des SpätMAs) blieb sie die kleinste der lippischen Stadtgründungen ostwärts des Osning, der zunächst wohl nur eine ergänzende Funktion im Sicherungssystem zugedacht war.

Urkundlich ist D. erst 1305 als Stadt belegt (Consules et tota universitas oppidi Detmelle, Lippische Regesten NF 1305.05.02, mit Siegel S. CIVITATIS DE DETMELLE), der Ort selbst während des 13. und der ersten Hälfte des 14. Jh.s nur schwach, in der lippischen Teilungsurk. von 1344 wird es nicht erwähnt. Eine Stadtrechtsurk. ist nicht überliefert, Beurkundungen von 1361 und 1422 weisen es dem Lippstädter Stadtrecht zu, und das Stadtbuch von 1575 verzeichnet »alt Recht, Gebrauch und Gewohnheyt der Stadt → Lippe« (vgl. Kittel 1951, S. 27). Der städtische Rat mit regierendem und altem Rat mit je einem Bürgermeister, zwei Kämmerern, fünf Ratsherren besaß offenbar von Anfang an nur wenig Spielräume, der Ratseid betonte die Pflichten gegenüber dem Landesherren, seit Mitte des 17. Jh.s wurden zunehmend landesherrliche Beamte als Bürgermeister bestellt und die Bedeutung des Rates weiter gemindert. 1777 wurde der Stadt die Polizeiverwaltung entzogen und einer landesherrlichen Polizei-Commission übertragen bis die lippische Städteordnung von 1843 neue Verhältnisse schuf.

D. hat keine große wirtschaftliche Bedeutung erlangt. Trotz einer im Vergleich mit den übrigen lippischen Städten sehr knapp bemessenen Feldmark war die Stadt stark agrarisch geprägt und trotz sehr günstiger Verkehrslage hat sich kein nennenswerter Fernhandel entwikkelt. Dem hansischen Verband gehörte die Stadt nicht an. Das städtische Handwerk, auf die Dekkung der lokalen Bedürfnisse ausgerichtet, erfährt am Ausgang des 17. Jh.s einen beträchtlichen Wandel durch die verstärkte Privilegierung von Freimeistern und Hofhandwerkern, etwa durch eine Verfügung von 1678, in jedem Handwerks-Amt sei ein Freimeister aufzunehmen. Damit entwickelt sich eine auf die Bedürfnisse des Hofes ausgerichtete Gewerbestruktur.

Der Burg kam wohl von Anfang an im Herrschaftskonzept der lippischen Edelherren größere Bedeutung zu. Sie ist zwar erst 1366 urkundlich belegt, doch neigt die kunsthistorische Forschung zu einer früheren Datierung des Schloßturmes, der viell. schon in der Mitte des 13. Jh.s erbaut worden sein könnte (Gaul/Kittel 1968, S. 137). Bereits die spärlichen Zeugnisse für D. seit der Mitte des 13. Jh.s weisen auf landesherrliche Präsenz und zentrale herrschaftliche Funktionen hin, die mit dieser Burg verknüpft waren, während die Stadt kaum in den Blick kommt. Seit 1254 ist der Sitz des Gogerichts in D. bezeugt (Westfälisches UB IV, Nr. 561, S. 232), 1263 der Paderborner Domdekan als Archidiakon, was jedoch nur Episode blieb (Westfälisches UB IV, Nr. 937, S. 484). 1298 wird ein Richter, 1328/30 werden Vögte für D. gen. Westfälisches UB IV, Nr. 2483, S. 1118 f., bzw. Lippische Regesten NF 1328.06.6; 1330.05.03), und 1302 ist D. zum ersten Mal als Beurkundungsort des Landesherrn bezeugt. Der nächste Beleg stammt allerdings erst von 1486 (Lippische Regesten NF 1302.04.01, bzw. Kittel 1953, S. 67). Einige Burgmannenfamilienn, die mit D. verbunden und über Besitz in seiner Umgebung verfügten – wie etwa die Schwartz oder von dem Bussche – sind seit der Mitte des 13. Jh.s bes. häufig in der Umgebung des Landesherrn nachzuweisen, die landesherrlichen Rechnungen seit den letzten Jahrzehnten des 14. Jh.s verzeichnen immer wieder auch Lieferungen für den Hof nach D. Bernhard VI. ist 1415 in D. gest.

Doch nahm D. lange keineswegs einen herausragenden Platz unter den landesherrlichen Burgen ein. Erst nach den Zerstörungen der Soester Fehde 1447 setzte ein Wandel ein, indem Bernhard VII., der → Blomberg als Res.ort bevorzugte, auch die D.er Burg wiederherstellen, mit zahlr. Neubauten ausstatten und sie offenbar in eine Wasserburg umwandeln ließ (1466: einen graven to makende umme unse borch, Kittel 1953, S. 68). Aufenthalte Bernhards VII. sind mehrfach belegt und 1508 ist eine schriverigge (Kanzlei) bezeugt.

Diesen Anfängen folgte dann der intensive Ausbau unter Simon V. (1511-1536) und Bernhard VIII (1536-1563) mit mächtigen Wällen, vier Rondellen und repäsentativen Bauten die dem neu angenommenen Gf.entitel angemessen waren. Jenseits des Stadtgrabens »Fauler Graben«) gegenüber der Eingangsfront des Schlosses ist seit Ende der fünfziger Jahre des 16. Jh.s ein »Lustgarten« bezeugt. Dieser Ausbau füllte nahezu das gesamte Nordwestviertel der Stadt unter teilweiser Eliminierung früherer Bebauung aus, der Burgbezirk wurde zum dominierenden Merkmal der Stadt. Das zeigt etwa ein Stich Elias und Heinrich van Lenneps von 1663/65, der die bürgerliche Siedlung gegenüber dem Schloßbezirk völlig zurücktreten läßt (Westfalia Picta, Nr. 164, S. 160 f.). Der ständige Rat Simons V. der während der Unmündigkeit Bernhards VIII. als Landesregierung (»Verordnete Befehlshaber«) amtierte, nahm seinen ständigen Sitz in der D.er Burg. Auch Simon VI. behielt D. zunächst als ständige Res. bei, bis er 1585 nach seiner zweiten Heirat noch einmal den Versuch machte, → Brake in Symbiose mit Lemgo zur Res. zu gestalten. Sein Testament von 1597, das dem ältesten Sohn Simon VII. D. zuwies hat dann bewirkt, daß die Res. der regierenden Gf.en auf Dauer nach D. zurückkehrte.

Seit 1629 diente auch die Gerkammer (Sakristei) der Marktkirche als Grablege des lippischen Hauses, bis 1854 das Mausoleum am Büchenberg auf dem Gelände des ehem. Gartens von Friedrichstal (siehe unten) errichtet wurde. Dorthin wurde auch ein großer Teil der Särge aus der Marktkirche überführt. Gf.regent Ernst zur Lippe-Biesterfeld ließ beim Bau der Christuskirche, die 1908 fertiggestellt wurde, eine Krypta für die neue regierende Linie Biesterfeld des Hauses → Lippe errichten.

Auf die weitere Entwicklung der Res.stadt D. während der Regierungszeit Simons VI. und v.a. nach seinem Tode, sei nur kurz eingegangen. Der innere Ausbau wurde durch Errichtung zahlr. Adelshöfe, bes. an Schüler- und Exterstraße bestimmt. Hinzu trat der Neubau eines repräsentativen Rathauses an der Ostseite des Kirchplatzes in Renaissanceformen (1577) und mit einem Reliefbild des Landesherrn, Gf. Simons VI. Es mußte 1828/30 der Umgestaltung des Kirchplatzes zum vergrößerten Marktplatz weichen und wurde durch einen klassizistischen, an den Herrschaftbezirk angelehnten Neubau ersetzt.

Die erste Stadterweiterung, die die Grenzen der ma. Ummauerung sprengte und den Charakter D.s als Res.stadt unterstrich, erfolgte unter Gf. Friedrich Adolf seit 1701, der die aus einem Meierhof hervorgegangene Parkanlage Friedrichstal am Büchenberg 1,2 km südlich der Stadt durch eine Kanal mit dem Stadtschloß verband. Zu beiden Seiten des Kanals entstand die 1708 privilegierte Neustadt mit eigener Gerichtsbarkeit, ausgeübt durch einen Gerichtskommissar und in einheitlicher durch einen Modell-Bauriß festgelegter Bauweise. Auf der linken Kanalseite wurde 1708/15 ein Witwensitz für Friedrich Adolfs zweite Gemahlin Amalie von → Solms errichtet (zunächst »Favorite«, »Friedamadolfsburg«, später »Neues Palais« gen.).

War diese Neustadtbildung samt Parkanlage am Vorbild von Versailles orientiert, so wurde eine weitere Stadterweiterung, die von 1869-1912 geschaffene »Westliche Neustadt« durch einen großen freien Platz und repräsentative öffentliche Gebäude (Christuskirche, Landgericht, Landtag, Landesregierung, Postamt, Sparkassengebäude und Bahnhof) geprägt. Mit ihr suchte man D. die Charakterzüge einer modernen Res.stadt zu verleihen.

III.

Der herrschaftliche Bezirk mit der landesherrlichen Burg hebt sich im Stadtgrundriß in dessen nordwestlichen Viertel dominierend heraus. Das Residenzschloß lag in der Nodwestecke innerhalb einer nahezu trapezförmigen mächtigen Wallanlage mit vier Rondellen, die unter Simon V. und Bernhard VIII. von 1520-1550 angelegt wurde. Sie verlieh dem Residenzschloß den Charakter einer Zitadelle. Der heute bestehende Schloßbau, eine Vierflügelanlage, wurde von 1549-1557 und (mit Unterbrechungen) 1590-1621 unter Einbeziehung früherer Bauteile im Südostflügel sowie des Bergfrieds im O erbaut und 1673 mit dem rückwärtigen Flügel endgültig fertiggestellt. Der ursprgl. Entwurf stammte von Jörg Unkair (gest. 1553), der auch bei anderen Res.schloßbauten der Region tätig gewesen ist, z. B. in Neuhaus (Fs.bm. Paderborn), Hannoversch Münden (Braunschweig-Calenberg), → Stadthagen (Schaumburg). Im Innenhof, am Nordostflügel befindet sich im ersten Obergeschoß ein prächtiger zehnachsiger Steingang des Meisters J.R. (Johan Robyn?) mit Ahnenwappen Bernhards VIII. und Katharinas von → Waldeck, in der Mitte die Figur der Justitia. Der große Saal im Obergeschoß des Nordwestflügels Jörg Unkairs (heute als »Ritter«- oder »Ahnensaal« bezeichnet) mag von Beginn an der bildlichen genealogischen Memoria des Hauses gedient haben. Er enthält 42 zumeist zeitgenössische Bildnisse der lippischen Edelherren, Gf.en und Fs.en mit ihren Gemahlinnen von Bernhard VII. bis Fs. Waldemar (gest. 1895). Die Bilder werden 1788 erstmals erwähnt, die heutige Fassung des Raumes im Neorenaissancestil entstand 1882 (Lorenz Gedon). Unter Friedrich Adolf (1697-1718) wurden die Längsflügel durch Abschlagen der Rennaissanceverzierungen und Vergrößerung der Fenster stark verändert, wodurch sie ein nüchternes Aussehen erhielten. Das Innere wurde im Barockstil umgestaltet und ausgestattet, größtenteils erhalten. Umbaupläne des Schlosses im klassizistischen Sinne wurden nicht verwirklicht, Entwürfe sind erhalten (Gaul/Kittel 1953, S. 128-133).

Der Schloßplatz in Form eines unregelmäßigen Rechtecks, die ehem. Vorburg, im N begrenzt durch den Stadtgraben, im O und S durch Lange Straße (N-S-Achse) und Kirchplatz, wurde ursprgl. v.a. durch Wirtschaftsgebäude, die sog. »Meierei« oder das »Vowerk D.« eingenommen. Im S an der Grenze zum Kirchplatz wurde 1665 der noch bestehende Neubau der Kanzlei, das »Dikasterialgebäude« erichtet. Mit der Verlegung der Meierei nach Johannettental war der Weg frei für eine repräsentative Umgestaltung des Schloßplatzes. Sie erfolgte jedoch erst nach längeren folgenlosen Planungen unter Simon August seit etwa 1780/81 bis in die Zeit um 1800 in der heute bestehenden nur leicht veränderten Form (Leitung: Landesbaumeister Christian Teudt). Die Burg wurde entfestigt: die Wälle wurden auf 5 m Höhe reduziert, der Wall auf der Schloßplatzseite abgetragen, das östliche Rondell beseitigt, der »Faule Graben« zugeschüttet und in die Straße Rosental umgewandelt. Entlang dieser Straße und an der Langen Straße entstanden Bauten für den Marstall, ein Reithaus sowie Remisen, die im S an das Dikasterialgebäude anschlossen. Der Lustgarten war nun mit dem Schloßvorplatz organisch verbunden. Hier waren bereits 1730 eine Orangerie und 1778 in der NO-Ecke ein Komödienhaus entstanden, das 1825/26 als Hoftheater unmittelbar gegenüber des Eingangs zum engeren Schloßbezirk verlegt wurde (1910 durch den heute bestehden Bau ersetzt). Auf dem Gelände des Lustgartens entstanden im Laufe des 19. und 20. Jh.s Verwaltungsbauten, ebenso westlich davon bereits 1763 ein Jägerhaus und 1803 die fsl. Rentkammer. So entstand um 1800 die endgültige repräsentative Ausgestaltung des D.er Res.bezirks.

Von den aufwendigen repräsentativen Bauten der Zeit Friedrich Adolfs außerhalb der ma. Stadt hat sich lediglich das »Neue Palais« an der östlichen Kanalseite (siehe oben Abschn. III.) erhalten (Dreiflügelanlage, 1706/18 nach Entwurf von Hans Rundt, mit ausgedehnter Gartenanlage). Die Bauten der Terrassen- und Parkanlage von »Friedrichstal« mit Grotten, Wasserspielen, Fasanenhaus, Kapelle und Orangerie, 1701/04 entstanden und eng verbunden mit der bereits 1677/80 herrschaftlich ausgebauten Meierei Pöppinghausen auf der Höhe des Büchenberges (1,2 km südlich der Stadt an einer Ausbuchtung des Kanals), sind bereits nach einem Brand der Orangerie 1729 in Verfall geraten und bis auf das »Krumme Haus« verschwunden.

Sources

Donop, Wilhelm Gottlieb Levin von: Historisch-geographische Beschreibung der fürstlichen lippischen Lande, Lemgo 1790, ND Lemgo 1984 (Lippische Geschichtsquellen, 12), S. 19-29. – Vita Meinwerci episcopi Patherbrunnensis, rec. Franz Tenckhoff, Hannover 1891 (MGH Scriptores rerum germanicarum in us. schol. 59). Vgl. auch → A. Lippe

Gaul Otto/Kittel, Erich: Stadt Detmold, Münster 1968 (Bau- und Kunstdenkmäler von Westfalen, 48,1). – Gedon, Brigitte: Lorenz Gedon (1844-1883) und die Gestaltung des Ahnensaales im Fürstlich Lippischen Residenzschloß in Detmold, in: Baumeister und Architekten in Lippe, hg. von Eckart Bergmann und Jochen Georg Güntzel, Bielefeld 1997, S. 129-148. – Grossmann, Georg Ulrich: Schloß Detmold, Regensburg 2002 (Burgen, Schlösser und Wehrbauten in Mitteleuropa, 13). – Haase, Carl: Die Entstehung der westfälischen Städte, 4. Aufl., Münster 1984 (Veröffentlichungen des Provinzialinstituts für westfälische Landes- und Volksforschung, I,11), S. 89 f. – Kittel, Erich u. a.: Geschichte der Stadt Detmold, Detmold 1953. – Peters, Gerhard: Das Fürstliche Palais in Detmold, Detmold 1984. – Pieper, Roland: Zur Baugeschichte der Detmolder Schlosses zwischen 1673 und 1734, in: Lippische Mitteilungen 72 (2003) S. 35-56. – Salesch, Martin: Der Barockgarten in Friedrichstal, die Detmolder Vorstadt und der Fürstentitel, in: Lippische Mitteilungen 68 (1999) S. 105-118. – Stöwer, Herbert: Detmold, Altenbeken 1997 (Westfälischer Städteatlas V, 2). – Stöwer Herbert: Die frühen Kirchengründungen im Raum Detmold, in: Lippische Mitteilungen 68 (1999) S. 45-64. – Stöwer, Herbert: Lippische Ortsgeschichte. Handbuch der Städte und Gemeinden des ehemaligen Kreises Detmold, Detmold 2008 (Lippische Studien, 23), S. 137-155. – Strohmann, Dirk: Stuck aus der Zeit des Grafen Friedrich Adolf, in: Lippische Mitteilungen 72 (2003) S. 57-79. – Westfalia picta, Bd. 10: Lippe, bearb. von Michael Schmitt und Patrick Schuchert, Münster 2007, S. 156-344.