Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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BEDERKESA

B. Bederkesa

I.

Zur Ministerialität der → B.er gehörten wahrscheinlich die von Debstedt, von Desebüttel, von Köhlen, von Lintig und von Meckelstedt (Hukker/Trüper, B., S. 23 f.). Von ihren Vasallen sind bekannt ein Amme, die von Estorf, van dem Holte sowie die Bremer Patrizier Prindeney, Stenbicker und von Nienkerken (Hucker/Trüper, Regesten, Nr. 4, 269, 297, 378, 393).

II.

Als Kanzlisten und Kapellane werden die Rektoren und Priester der Pfarrkirche St. Jakob zu → B., später auch die der 1346 gegr. Kapelle zu Elmlohe gedient haben – der capellanus Iohannes ist hier 1338 im Gefolge der → B.er (UB Neuenwalde Nr. 58 f.). Mit Privileg von 1339 befreien rittere und rittergenoten alle den B.er Pfarrer von Dienstleistungen, bes. von der Teilnahme an Geschäften und placita der Ritter (Hucker/Trüper, Regesten, Nr. 320). Ritter Diedrich Schele von B. ließ um 1306 ein Güterregister aufzeichnen (ebd., Nr. 239).

Mit der höfischen Kultur verband der Falkenfang die → B.er: valkenvluchten besaßen sie zu den berghen und im Kirchspiel Flögeln. Sie sind kgl. Regal, wie auch die daraus rührende Abgabe von 1 Pfund Pfeffergeld hochma. Ursprungs sein dürfte. Noch im 18. Jh. kamen holländische Falkenfänger ins Hymenmoor westlich von B. (Hucker/Trüper, Regesten, Nr. 385, 474; vgl. Pratje, Falkenfang).

Über die Grablege der → B.er ist wenig bekannt. Der Ritter Diedrich Schele von B. erwarb 1306 einen Begräbnisplatz im Stader Marienkl. (Hucker/Trüper, Regesten Nr. 243), was möglicherw. daran anknüpft, daß seine Vorfahren Stader Vögte waren. Die Ansiedlung von Dominikanerinnen in Lehe war 1290 nicht von Dauer. Diese Gründung der B.er wurde 1294 mit verwandten Rittern in → Blankenburg i.O. vollendet (Hucker/Trüper, B., S. 18-20, anders Riemer, Grafen und Herren, S. 347-359). Ihr Wappen zeigte rote Spitzen im Schrägrechtsschnitt auf Silber (Trüper, Ritter und Knappen, S. 979 f.).