Neuerscheinungen 2026
Josef Dolle und Michael Flöer: Die Ortsnamen des Landkreises Stade. (Niedersächsisches Ortsnamenbuch XIX). Münster: Aschendorff Verlag 2026. ISBN 978-3-7395-1538-0. Geb., 384 S., 4 Abb.
Im Landkreis Stade sind über 270 Ortsnamen vor 1600 belegt, die Zeugen einer vielschichtigen Namenlandschaft sind. Ein Teil dieser Ortsnamen existiert heute nicht mehr, weil die Orte untergingen oder durch Ortsnamenwechsel außer Gebrauch gerieten. Die Entstehung von Ortsnamen ist von verschiedenen Faktoren beeinflußt: den naturräumlichen Gegebenheiten der Landschaft (Gewässer, Wälder, Hügel, Bodenbeschaffenheit; im Kreis Stade besonders Geest und Marsch), der Siedlungstätigkeit der Menschen, die an der Elbe Land erschlossen und manchmal wieder verloren, und schließlich von den Menschen selbst, deren Personennamen in vielen Ortsnamen enthalten sind. Das Buch stellt jeden dieser Namen in kritisch ausgewählten und geprüften historischen Belegen vor, die von der Ersterwähnung bis zur heutigen Form reichen, und bietet eine sprachwissenschaftlich fundierte Deutung. Es ist für sprachgeschichtliche, namenkundliche, landesgeschichtliche und kulturgeographische Fragen ebenso von Interesse wie für alle, die sich mit der Geschichte ihrer Heimat befassen. Der Band ist ein weiterer Baustein für die Erforschung der Siedlungsnamenlandschaft Niedersachsens im Rahmen des Forschungsprojekts "Ortsnamen zwischen Rhein und Elbe".
Aus dem Vorwort der Herausgeber:
"Der Band zu den Ortsnamen des Landkreises Stade stellt insofern eine Besonderheit dar, als hier neben der amtlichen Form beim jeweiligen Ortsartikel im sogenannten Kopf auch eine niederdeutsche / plattdeutsche Form angegeben wird. Zusätzlich verfügt der Band über einen Anhang am Ende des Bandes, in dem sowohl die amtliche wie die niederdeutsche Variante angegeben werden. […] Die Liste verdanken wir einer sehr konstruktiven Zusammenarbeit mit Herrn Dr. Reinhard Goltz (ehemals Institut für niederdeutsche Sprache), der sich auf Bestreben von Herrn Heinz Mügge der Festlegung der plattdüütschen Namenformen annahm. Vorausgegangen war der Wunsch und das Engagement von Herrn Mügge (Vorsitzender des Vereens “De Plattdüütschen” Landkreis Stood, der sich mit den Vereinsmitgliedern vorab und immer wieder beraten hat), daß es gemäß der europäischen Charta der Regional- und Minderheitensprachen (ECRML) den Orten im Landkreis Stade ermöglicht wird, Ortsschilder zu bekommen, die sowohl eine amtlich / hochdeutsche wie auch eine regional verankerte plattdüütsche Beschriftung tragen. Das gilt natürlich auch und gerade für die nicht vom Niedersächsischen Ortsnamenbuch gemäß seinen Kriterien erfaßten Namen, weshalb sie im Anhang aufgenommen wurden. Zusätzlich wurde im Projekt eine “Plaatdüütsche Landkoort Landkreis Stood” angefertigt, in der alle im Anhang genannten Orte kartiert sind. Sie kann kostenlos […] heruntergeladen werden."
Hier finden Sie die Plaatdüütsche Landkoort Landkreis Stood von Uwe Ohainski.
Claudia Maria Korsmeier, Die Ortsnamen des Landkreises Emsland. (Niedersächsisches Ortsnamenbuch XVIII). Münster: Aschendorff Verlag 2026. ISBN 978-3-7395-1539-7. Geb., 532 S., 4 Abb., 35,00 €.
Flüsse wie die Ems und die Hase, große Moorgebiete wie das Bourtanger
Moor und das Wilde Moor bei Aschendorf, Höhenzüge wie der Hümmling
und die Lingener Höhe prägen den Landkreis Emsland, der im Hinblick auf
die Fläche der größte niedersächsische Kreis ist. Die etwa 300 emsländischen
Ortsnamen aus den 19 Städten und (Einheits- oder Samt-)Gemeinden geben
einen Einblick in die Lebensbedingungen zur Zeit der Besiedlung des Raumes.
Sie nehmen häufig Bezug auf topographische Gegebenheiten. Die Namen
werden sprachwissenschaftlich und namenkundlich untersucht. Damit
gehen neue Erkenntnisse über die historischen Quellen und Einblicke in die
Lokalgeschichte und Kulturgeographie einher.