Neue Projekte

Die Göttinger Akademie bekommt zwei weitere Vorhaben. Mehr...

Die Kopten: Geschichte und Gegenwart

Jahresfeier mit Festvortrag, Bilanz des Präsidenten, Preisverleihungen

Die koptisch-orthodoxe Kirche Ägyptens ist mit mehreren Millionen von Gläubigen heute die mit Abstand größte christliche Glaubensgemeinschaft in der arabischen Welt. Allerdings haben die politischen Ereignisse in den vergangenen Jahrzehnten zur Emigration zahlreicher Christen auch aus Ägypten geführt, eine Tendenz, die sich aktuell verstärkt. Heike Behlmer, Professorin der Ägyptologie und Koptologie und Ordentliches Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen seit 2012 spricht in ihrem Vortrag "Die Kopten. Geschichte und Gegenwart einer alten Kirche" über die historischen Wurzeln dieser Gemeinschaft und geht dabei insbesondere auf zwei Aspekte ein, die bis heute identitätsbildend und identitätsstiftend sind: das Mönchtum und die Märtyrer der frühchristlichen Zeit. Ihr Vortrag steht thematisch im Mittelpunkt der öffentlichen Jahresfeier der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, die am Samstag, dem 15. November 2014 um 10.30 Uhr in der Aula der Universität Göttingen, Wilhelmsplatz 1, stattfinden wird.

Die öffentliche Jahresfeier ist die bedeutendste der jährlichen Veranstaltungen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen. Sie findet zu Ehren ihres Gründers König Georg II. von Großbritannien traditionell in dessen Geburts-monat statt. Zur Jahresfeier gehört auch der Bericht des Präsidenten. Prof. Stefan Tangermann wird eine Bilanz über das vergangene Jahr ziehen und einen Ausblick auf das kommende Jahr geben. Darüber hinaus werden herausragende Nachwuchswissenschaftler ausgezeichnet. Das Grußwort spricht in diesem Jahr Rüdiger Eichel, Leiter der Abteilung Forschung und Innovation im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Musikalisch begleitet wird die Feier von Meng Sun am Klavier.

Preisverleihungen 2014

Den Hanns-Lilje-Preis 2014 erhält Dr. Sara Kipfer aus Bern für ihre Arbeit "Der bedrohte David. Eine exegetische und rezeptionsgeschichtliche Studie zu 1. Samuel 16-1. Könige 2".

Den Preis für Geisteswissenschaften 2014 erhält Dr. Berenike Herrmann aus Göttingen für ihre Arbeiten auf dem Gebiet der korpusgestützten Metaphernforschung.

Den Akademie-Preis für Chemie 2014 erhält Dr. Tanja Gaich aus Hannover für ihre herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Totalsynthese von komplexen Naturstoffen.

Den Akademie-Preis für Physik 2014 erhält PD Dr. Andy Thomas aus Bielefeld für seine Arbeiten, in denen er die memristiven Eigenschaften von Tunnelkontakten nutzt, um künstliche neuronale Strukturen zu schaffen.

 

 

Bildkritische Blicke auf die altägyptische Schrift

Julius-Wellhausen-Vorlesung hält Prof. Antonio Loprieno

Jede Schrift besitzt visuelles Potential oder, anders ausgedrückt, eine Bildlichkeit, die zusammen mit dem sprachlichen Gehalt zu ihrer inhaltlichen Leistung beiträgt. Die ägyptischen Hieroglyphen gehören zu den logographischen Schriften, bei denen die Bedeutung der einzelnen Sprachausdrücke durch grafische Zeichen wiedergegeben wird. Dies unterscheidet sie wesentlich von unserer eher nüchternen Alphabetschrift, der phonetische Einheiten zugrunde liegen. In der Julius-Wellhausen-Vorlesung Bildkritische Blicke auf die altägyptische Schrift am Freitag, dem 21. November 2014, um 18 Uhr, in der Paulinerkirche, Papendiek, Göttingen, wird Prof. Antonio Loprieno die Bildlichkeit der ägyptischen Schriften historisch untersuchen und mit spezifischen kulturellen Entwicklungen in Verbindung bringen.

Antonio Loprieno studierte Ägyptologie, Sprachwissen-schaft und Semitistik an der Universität von Turin, wo er 1977 mit dem Doktorat abschloss. Als Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung erlangte er an der Georg-August-Universität in Göttingen 1984 seine Habilitation. Seit 2000 ist Antonio Loprieno Professor für Ägyptologie an der Universität Basel und inzwischen auch Rektor der Universität. Außerdem ist er unter anderem Präsident der Schweizerischen Rektorenkonferenz, Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und des Deutschen Archäologischen Instituts.

Zu der Julius-Wellhausen-Vorlesung wird seit 2007 einmal im Jahr eine Wissenschaftlerin oder ein Wissenschaftler eingeladen, um einen allgemein verständlichen Vortrag über ein Thema aus den Gebieten der klassischen und orientalischen Altertumswissenschaften zu halten. Die Vorlesung wird aus einer eigens zu diesem Zweck gegründeten Stiftung finanziert, für die ein Mitglied der Akademie das Grundkapital zur Verfügung gestellt hat. Das von Akademie und Universität gemeinsam getragene Centrum Orbis Orientalis et Occidentalis - Zentrum für Antike und Orient (CORO) richtet die Veranstaltung aus.



Kontakt

Pressereferentin
Adrienne Lochte
Tel.: +49 551 39-5338
E-Mail: alochte1@gwdg.de


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