Wagners Wörterbücher: WGd-Arbeitsstellenleiter Volker Harm präsentiert neue Erkenntnisse auf US-Konferenz

ZDL

Eine ungewöhnliche Sammlung von Wörterbüchern, die der Komponist Richard Wagner in seiner Bibliothek im Haus Wahnfried unterhielt – von Werken zur altfriesischen und altenglischen Sprache über verschiedene altgriechische Wörterbücher bis hin zum Deutschen Wörterbuch von Jacob Grimm und Wilhelm Grimm –, steht im Mittelpunkt einer neuen Forschungsarbeit von Volker Harm, Arbeitsstellenleiter von Wortgeschichte digital (WGd). Im Rahmen des Lexikographie-Symposiums „The Whole World in a Book“ an der Indiana University hält Harm am 21. Februar einen Vortrag, in dem er diese einzigartige Sammlung erstmals umfassend analysiert.

Der Vortrag zielt darauf ab, eine bisher bestehende Forschungslücke zu schließen: Während die Bibliothek Wagners und ihre historische Entwicklung bereits Gegenstand verschiedener Studien waren, ist die philologische und lexikographische Dimension der Sammlung bislang weitgehend unerforscht. In seinem Vortrag gibt Harm zunächst einen Überblick über diesen Bereich und zeigt dabei auffällige Lücken in der Auswahl der Wörterbücher auf. Vor diesem Hintergrund untersucht er dann anhand der Tagebucheintragungen Cosima Wagners, wie Wagner die Wörterbücher tatsächlich nutzte. Damit stellt die Fallstudie zugleich eine historische Nutzeranalyse zur Wörterbuchrezeption dar.

Symposium und Ausstellung

Das Lexikographie-Symposium „The Whole World in a Book“ findet an der US-amerikanischen Indiana University statt und begleitet die Ausstellung „The Whole World in a Book: Celebrating Madeline Kripke's Dictionary Collection“, die im Frühjahr 2026 erstmals einen Teil der umfangreichen Wörterbuchsammlung der 2020 verstorbenen Madeline Kripke der Öffentlichkeit vorstellt. Die Sammlung umfasst über 20.000 Wörterbücher sowie ein umfangreiches Manuskriptarchiv und gilt als eine der bedeutendsten privaten Wörterbuchsammlungen weltweit. Das begleitende Symposium befasst sich mit der kulturellen Bedeutung von Wörterbüchern und würdigt Kripkes Karriere als Sammlerin. (ASB)