YouTube und Audio

In unserer neuen Rubrik "YouTube und Audio" finden Sie Mitschnitte von Vorträgen. Mehr

Überzogenes Selbstbild verschärft Krisenempfinden

Vortrag von Kiran K. Patel in der Reihe VARIETIES OF EUROPE

GÖTTINGEN. Im Rahmen der öffentlichen Vortragsreihe VARIETIES OF EUROPEder Akademie der Wissenschaften zu Göttingenwird Kiran Klaus Patel, Professor für „European and Global History“ an der Universität Maastricht, am 22. November 2018 um 18 Uhr c.t. im Alten Rathaus den Vortrag „Das Projekt Europa – Vergangenheit und Zukunft / Über Selbstbilder und die Gegenwartslage der Europäischen Union“ halten. Die Veranstaltung, auf der es nach dem Vortrag die Möglichkeit zu einer Diskussion geben wird, moderiert Prof. Dr. Frank Schorkopf, Ordentliches Mitglied der Göttinger Akademie und Professor für Öffentliches Recht und Europarecht an der Georg-August-Universität Göttingen. Gefördert wird der Vortragsabend vom Niedersächsischen Ministerium für Bundes- und Europaangelegenheiten und Regionale Entwicklung.

Prof. Patel ist besonders ausgewiesen in der Geschichte der europäischen Integration und hat zu der Thematik das Buch „Projekt Europa. Eine kritische Geschichte“ geschrieben, das am 28. August 2018 erschienen ist. Darin hinterfragt Patel die Standarderzählung über Europa und macht deutlich, dass ein überzogenes Selbstbild das heutige Krisenempfinden unnötig verschärft. Seine These: Wir halten für neu und bedrohlich, was es immer schon gegeben hat.

Die Vortragsreihe VARIETIES OF EUROPE wird von Akademiemitgliedern organisiert. Es handelt sich um öffentliche Veranstaltungen, bei denen Experten diverser Fachrichtungen aus möglichst unterschiedlichen Perspektiven Denkanstöße zur Weiterentwicklung der EU geben.

Der Eintritt ist frei.
 

Reichweiten musikalischen Wissens um 1500

Öffentlicher Vortrag von Inga Mai Groote aus Zürich

GÖTTINGEN. Inga Mai Groote, Professorin für Musikwissenschaft an der Universität Zürich, hält am 22. November 2018 um 20:00 Uhr im Hörsaal PH 20, Humboldtallee 19, den öffentlichen Vortrag „Reichweiten musikalischen Wissens um 1500: Akteure und Verbreitungswege, Theorie und Praxis“. Die Veranstaltung findet im Rahmen einer Tagung der Forschungskommission „Erforschung der Kultur des Spätmittelalters“ der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen statt.  In dem Vortrag geht es um Schriften zur Theorie der Musik am Ausgang des Mittelalters, die auch von nicht-professionellen Musikern, von Schülern und Studenten zur Kenntnis genommen und verarbeitet wurden. So entstanden überregionale Netzwerke zwischen Universitäten, städtischen Milieus und insbesondere städtischen Lateinschulen. Inga Mai Groote fragt danach, inwiefern in diesen Zusammenhängen musiktheoretische Inhalte und musikalische Praxis miteinander verbunden sind und auf welche Weise Wissen über Musik zum Gegenstand allgemeiner Bildung wird.


Germanien war kein armseliges Land

Heiko Steuer vermittelt ein neues Bild vom „Alten Germanien“

GÖTTINGEN. Wie falsch die Vorstellungen der antiken Schriftsteller von der damaligen Lebenswelt der Germanen waren, die sich bis heute noch hartnäckig u. a. in Dokumentarsendungen halten, wird der Archäologe Prof. Dr. Heiko Steuer in einem öffentlichen Vortrag belegen. Am 28. November 2018, um 19:30 im Adam-von-Trott-Saal, Alte Mensa, Wilhelmsplatz 1, spricht er im Rahmen einer Tagung, die von der Forschungskommission Imperium und Barbaricum der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen veranstaltet wird, über das Thema „Germanen aus der Sicht der Archäologie – was allein die Ausgrabungsergebnisse sagen“.

In den frühen Überlieferungen galt das Germanien der ersten vier Jahrhunderte n. Chr. als rückständiges Land, in dem die Bevölkerung in kleinen Siedlungen mit armseligen Hütten tief in den Wäldern lebte und zu wenig Eisen für Waffen hatte, um Rom zu erobern. Die archäologischen Befunde zeichnen jedoch ein anderes Bild. Germanien war kein armseliges Land. Es gab offene Landschaften und Dörfer mit großen Gehöften, die in Blickverbindung zueinander standen. Hohe Bevölkerungszahlen erlaubten die Aufstellung starker Kriegerverbände und die wirtschaftliche und militärische Kraft war so stark, dass es dem römischen Imperium nicht gelingen konnte, Germanien als Provinz zu erobern.

Prof. Heiko Steuer, der Ur- und Frühgeschichte sowie Archäologie studierte und sich in diesen Fächern 1979 habilitierte, ist Korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und Mitherausgeber des 35bändigen „Reallexikons der Germanischen Altertumskunde“, das von der Göttinger Akademie unterstützt und 2008 abgeschlossen wurde. Bis zu seiner Emeritierung 2005 war er Direktor des Instituts für Ur- und Frühgeschichte und Archäologie des Mittelalters an der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau.



Kontakt

Pressereferentin
Adrienne Lochte
Tel.: +49 551 39-5338
E-Mail: alochte1@gwdg.de


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