Das Teilprojekt ‚Iberia Pontificia‘, an dem auch externe Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen beteiligt sind, erschließt die Beziehungen des Papsttums zu den historischen Landschaften Spaniens und Portugals bis zum Jahr 1198. Dazu werden bistumsweise alle Urkunden und sonstige schriftlichen Nachrichten zu Kontakten mit dem Papsttum in Regestenform aufbereitet.

Das Akademievorhaben unterstützt die Arbeit an der Iberia Pontificia mit der Bearbeitung der Bistümer Astorga, Ávila, Burgos, Calahorra, Ciudad Rodrigo, Coria, Huesca, León, Oviedo, Palencia, Pamplona, Plasencia, Salamanca, Segovia und Sigüenza.


Dioecesis Abulensis (Frank Engel, M. A.)
erschienen 2016 als Iberia Pontificia IV (zusammen mit Salamanca, Coria, Ciudad Rodrigo und Plasencia).


Dioecesis Burgensis (Dr. Daniel Berger)
erschienen 2012 als Iberia Pontificia I.


Dioecesis Calagurritana (Frank Engel, M. A.)
Im Anschluß an ein römisch-westgotisches Vorgängerbistum wurde die Diözese Calahorra 1045 durch König García III. von Navarra restituiert. Während des 11. und 12. Jahrhunderts erlebte sie mehrere Herrschaftswechsel zwischen den konkurrierenden christlichen Reichen Navarra, Kastilien und Aragón, wurde aber schließlich in das Königreich Kastilien integriert. Seit der Eingliederung des Bistums Álava (zwischen 1087 und 1090) gehörte zumindest nominell ein großer Teil des Baskenlandes zu ihr. In der Frühzeit des Bistums bildeten die Klöster San Millán de la Cogolla und Albelda sowie das Stift Nájera die bischöflichen Herrschaftsmittelpunkte, während die Kathedralstadt Calahorra geringere Bedeutung hatte. In den Beziehungen zum Papsttum verstand es insbesondere Bischof Rodrigo Cascante (1147-1190), sich die neuartigen jurisdiktionellen Rahmenbedingungen der Papstkirche zunutze zu machen.

Der inwischen begutachtete Teilband wird demnächst erscheinen.


Dioecesis Legionensis (Prof. Dr. Santiago Domínguez Sánchez mit Dr. Daniel Berger)
erschienen 2013 als Iberia Pontificia II.


Dioecesis Palentina (Dr. Daniel Berger)
erschienen 2015 als Iberia Pontificia III.


Dioecesis Pampilonensis (Thomas Czerner, M. A.)
Die im Nordosten der Iberischen Halbinsel gelegene Diözese Pamplona, zeitweise auch als Irunia be- zeichnet, läßt sich gesichert ab dem 6. Jahrhundert nachweisen. Sie überstand die muslimische Invasion von 711 weitgehend unbeschadet, obgleich sich der Handlungsspielraum der Bischöfe im Wesentlichen auf die von Christen kontrollierten Gebiete beschränkte, ehe dann im Zuge der Reconquista im 10. und 11. Jahrhundert die Einflußzone bedeutend erweitert werden konnte.

Seit Mitte des 11. Jahrhunderts sind erste Papstkontakte belegt, jedoch datiert der überwiegende Teil der Überlieferung ins 12. Jahrhundert und thematisiert v.a. Zuständigkeits- und Grenzstreitigkeiten mit benachbarten Diözesen. Insbesondere die Auseinandersetzungen zwischen dem Bischof und dem Kloster San Salvador de Leyre (baskisch: Leire) ab Mitte des 12. Jahrhunderts um die angebliche Exemtion des Klosters führten zu langwierigen Prozessen, die sowohl von Legaten als auch delegierten Richtern verhandelt wurden. Daneben spielen noch Santa María la Real de Irache, Santa María la Real de Iranzu und Santa María de la Oliva eine gewichtige Rolle für das Bistum.

Der inwischen begutachtete Teilband wird demnächst erscheinen.


Dioeceses Salmanticensis, Cauriensis, Civitatensis, Placentina (Prof. Dr. José Luis Martín Martín mit Frank Engel, M.A.)
erschienen 2016 als Iberia Pontificia IV (zusammen mit Ávila)


Dioecesis Segobiensis (Dr. Daniel Berger)
Das als Bischofssitz bereits in westgotischer Zeit bezeugte Segovia unterstand, nachdem es Ende des 11. Jahrhunderts wieder unter christliche Herrschaft gekommen war, zunächst dem Erzbischof von Toledo. In den 1120er wurde Segovia als eigenständiges Bistum innerhalb der Toledaner Kirchenprovinz restauriert und der Bischofssitz im Jahr 1123 von Papst Calixt II. bestätigt. Kontakte zum Papsttum bestanden im Laufe des 12. Jahrhunderts insbesondere anläßlich eines langwierigen Konflikts um die Diözesangrenzen zum Nachbarbistum Palencia.
Wie bereits für das Bistum Palencia so sind auch für Segovia etliche bislang ungedruckte Papsturkunden zu bearbeiten. Bislang sind rund 130 Regestenentwürfe erstellt worden.

Kooperationen

Das Akademieprojekt arbeitet eng mit einem vom spanischen Wissenschaftsministerium geförderten Forschungsunternehmen zusammen. An dem von Prof. Dr. Fernando López Alsina (Santiago de Compostela) koordinierten Projekt mit dem Titel ‚El Papado y sus relaciones con la sociedad y los reinos de la Península Ibérica (ss. VIII-XIII): protagonistas, tipos de contactos, problemas y consecuencias integradoras (I)’ sind folgende Wissenschaftler beteiligt:

  • Prof. Dr. Fernando López Alsina (Santiago de Compostela)
  • Prof. Dr. Cristina Cunha (Porto)
  • Prof. Dr. María João Branco (Lissabon)
  • Prof. Dr. José Luis Martín Martín (Salamanca)
  • Prof. Dr. Eduardo López Pereira (La Coruña)
  • Prof. Dr. José Manuel Diáz de Bustamante (Santiago de Compostela)
  • Dr. Luis Miguel de la Cruz Herranz (Madrid)


Von deutscher Seite sind dem Projekt assoziiert:

  • Prof. Dr. Klaus Herbers (Erlangen)
  • Dr. Daniel Berger (Göttingen)
  • Dr. Andreas Holndonner (Erlangen)
  • Frank Engel, M. A. (Göttingen/Bonn)
  • Thomas Czerner, M. A. (Göttingen/Hannover)


Weitere Kooperationen bestehen mit dem Projekt Corpus Documentale Latinum Gallaeciae (CODOLGA), welches die lateinischsprachige mittelalterliche Historiographie Galiziens als digitales Textcorpus zugänglich macht.

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