Am 30. Dezember 2005 ist Udo Quast im 67. Lebensjahr verstorben. Der Septuaginta und dem Göttinger Septuaginta-Unternehmen hat er sein wissenschaftliches Leben gewidmet.    

Von der griechischen Übersetzung des Alten Testaments fasziniert, trat er dem Septuaginta-Unternehmen im Jahre 1961 bei und blieb ihm auch nach dem Eintritt in den Ruhestand 2004 aufs engste verbunden.

Seine mit der Wendung adiuvante Udo Quast bescheiden angedeutete, in Wahrheit maßgebliche Mitwirkung an der Herausgabe des Pentateuch hat John William Wevers in einem bewegenden Nachruf gewürdigt. Von Quasts editionsphilologischer Befähigung legt darüber hinaus seine Edition des Buches Ruth sowie seine bis zur Hälfte gediehene Arbeit am Buche Josua Zeugnis ab. Seine einzigartige, nur noch von Detlef Fraenkel geteilte Kenntnis der Septuaginta-Handschriften, seine nicht nur auf Erfahrung, sondern auch auf Begabung beruhende paläographische Meisterschaft sowie seine virtuose Beherrschung selbst des kleinsten editionstechnischen Details ließen ihn zu einem international gefragten und hoch geachteten Experten werden. Selbstlos stellte er sein reiches Können und Wissen anderen zur Verfügung. Um die internen Belange der Göttinger Arbeitsstelle kümmerte er sich hingebungsvoll.

Vielen jüngeren Menschen, die als studentische Hilfskräfte im Septuaginta-Unternehmen arbeiteten, wurde er dank seines sachorientierten und unaufdringlich-freundlichen Wesens zu einem Mentor.

Das Göttinger Septuaginta-Unternehmen weiß, was es an Udo Quast hatte und wen es mit ihm verliert. Mit der internationalen Gemeinschaft der Septuaginta-Forscher trauern wir um unseren Kollegen und Freund. Sein Andenken halten wir in Ehren. Er ruhe in Frieden.