40 Jahre Akademien-programm

Zahlen, Fakten und Veranstaltungen im Jubiläumsjahr finden Sie hier

Akademientag am 17. Juni 2019

Akademientag am 17. Juni von den Akademien Göttingen und Mainz veranstaltet.

 

Der Klang Europas
Akademientag am 17. Juni 2019 erstmals in Mainz

Europa stand und steht in einem Spannungsfeld von Einheit und Vielfalt. Sehr unterschiedliche Stimmen formen den „Resonanzraum“ Europa – Stimmen, die sich ergänzen, überlagern und zum Teil auch widersprechen. Die Europawahl Ende Mai hat dies deutlich vor Augen geführt. Gibt es überhaupt einen charakteristischen europäischen Klang, mit dem wir uns von anderen Kontinenten unterscheiden? Darüber diskutieren beim diesjährigen Akademientag, der großen Gemeinschaftsveranstaltung der acht Wissenschaftsakademien, am 17. Juni 2019 ab 12 Uhr Expertinnen und Experten in der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Ausgewählte Projekte aus dem Akademienprogramm präsentieren zudem ihre Forschungen zu Europa. Der Eintritt ist frei.

Die vollständige Pressemitteilung finden Sie hier


Göttingen,17. Mai 2019

Bestseller-Autorin wird mit der Lichtenberg-Medaille ausgezeichnet

Göttingen. Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen vergibt ihre höchste Auszeichnung, die Lichtenberg-Medaille, in diesem Jahr an die Kultur- und Wissenschaftshistorikerin Andrea Wulf. Nach mitreißend geschriebenen Büchern über englische und amerikanische Gartenbaukunst oder die weltweite Kooperation von Astronomen in den 1760er Jahren („Die Vermessung des Himmels“) widmet sie sich in „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ dem abenteuerlichen Leben und dem wissenschaftlichen Werk Alexander von Humboldts (1769-1859). Die Göttinger Akademie, so ihr Präsident, Prof. Dr. Andreas Gardt, würdigt mit ihrer Auszeichnung eine Autorin, die den Zusammenhang von Ideen- und Naturgeschichte sowie die Internationalität der wissenschaftlichen Forschung im Zeitalter der Aufklärung höchst anschaulich macht – für ein globales, auch nichtakademisches Publikum.

Andrea Wulf wird die Medaille in der öffentlichen Sommersitzung der Akademie der Wissenschaften am Freitag, dem 28. Juni 2019, um 17:15 Uhr in der Aula der Universität Göttingen entgegennehmen und einen Vortrag zu Alexander von Humboldt halten.

„Der visionäre Wissenschaftler und unerschrockene Entdecker, nach dem mehr Pflanzen, Tiere und Orte benannt sind als nach irgendjemand sonst, erklomm die höchsten Vulkane der Welt, durchkämmte die Regenwälder und reiste durch das Milzbrand-verseuchte Sibirien“, erzählt die Autorin.

„Sein rastloses Leben war vollgepackt mit Abenteuern und Entdeckungs- reisen. Seine Naturbeschreibungen inspirierten Naturwissenschaftler wie Poeten, so beispielsweise Darwin, Wordsworth und Goethe, aber auch Politiker wie Jefferson und Bolivar. Humboldt erklärte die Natur als ein komplexes Netz des Lebens und als globale Kraft, in dem alles mit allem zusammenhängt – ein Konzept, das unser Denken auch heute noch prägt. Er begriff die Natur als einen lebenden Organismus, der verletzlich ist, und warnte bereits 1800 vor dem vom Menschen verursachten Klimawandel“. Damit sei, so die Autorin, „heute dieser vergessene Vater des Umwelt- schutzes wichtiger denn je“.

Andrea Wulf, geboren in Indien und aufgewachsen in Deutschland, lebt seit mehr als 20 Jahren in London. Sie wurde mit einer Vielzahl internationaler Preise ausgezeichnet. Ihr Weltbestseller „Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur“ erhielt 14 internationale Preise – unter anderem den hochangesehenen Costa Biography Award, den Los Angeles Times Book Prize, den Bayerischen Buchpreis und Royal Society Science Book Prize. Andrea Wulf schreibt u. a. für die New York Times und den Londoner Guardian und arbeitet regelmäßig für Radio und Fernsehen


Lexikographisches Großprojekt setzt neue Maßstäbe

Göttinger Akademie betreut eine von zwei Arbeitsstellen des ZDL  

GÖTTINGEN/BERLIN. Am 29. Januar 2019 wird das neue „Zentrum für digitale Lexikographie der deutschen Sprache“ (ZDL) mit einer feierlichen Auftaktveranstaltung in Berlin eröffnet. An dem lexikographischen Großprojekt ist die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen mit dem Vorhaben „Wortgeschichte digital“ maßgeblich beteiligt. Das zukünftig zentrale Online-Wörterbuch der deutschen Sprache wird vorwiegend in Arbeitsstellen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen und der Berlin-Brandenburgi-schen Akademie der Wissenschaften entstehen und neue Maßstäbe setzen. Die zunächst bewilligten fünf Jahre der Aufbauphase des ZDL werden mit zwei Millionen Euro jährlich vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert. Insgesamt sind vier deutsche Wissenschaftsakademien unter dem Dach der Union der deutschen Akademien der Wissenschaften beteiligt: neben Göttingen und Berlin, das die Federführung hat, auch die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig und die Akademie der Wissenschaften und der Literatur Mainz. Kooperationspartner ist das Leibniz-Institut für Deutsche Sprache (IDS) in Mannheim.

Ziel des auf lange Sicht angelegten Unternehmens ist es, ein digitales Informationssystem zu entwickeln und zu betreiben, das den deutschen Wortschatz und seine fortwährenden Veränderungen umfassend und verlässlich beschreibt. Das ZDL wird der Öffentlichkeit nutzerfreundlich und unentgeltlich über eine Webplattform zur Verfügung stehen. Andreas Gardt, Präsident der Göttinger Akademie und Professor für Germanistische Sprachwissenschaft und Sprachgeschichte an der Universität Kassel, wird das Göttinger Teilprojekt leiten, in dem die Geschichte ausgewählter Wörter von 1600 bis zur Gegenwart dargestellt wird. „Wir werden kulturell geladene Wörter wie zum Beispiel Freiheit, Glück und Heimat beschreiben“, erläutert Gardt.

In der Berliner Arbeitsstelle wird der Wortschatz der deutschen Gegenwartssprache beschrieben. Technisch und inhaltlich baut die digitale Plattform des ZDL auf dem Digitalen Wörter­buch der deutschen Sprache auf. Im weiteren Verlauf sollen die großen Wörterbücher der beteiligten Akademien zur deutschen Sprache vor 1600 schrittweise in das ZDL (https://www.zentrum-lexikographie.de/ ) integriert werden.



Kontakt

Pressereferentin
Adrienne Lochte
Tel.: +49 551 39-5338
E-Mail: alochte1@gwdg.de


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