Die Erfassung des Fach- und Sonderwortschatzes gehört spätestens seit der Forderung des Sprachwissenschaftlers und Lexikografen Hermann Paul zum Alltagsgeschäft der Wörterbucharbeit. Damit stellten und stellen sich nicht nur für die allgemeine einsprachige Lexikographie, sondern beispielsweise auch für die Sprachstadien- und Autorenlexikographie eine Reihe grundlegender Fragen. Konzeptuell ist die Frage nach den Auswahlkriterien nicht-allgemeinsprachlicher Lexik sowie die nach einer etwaigen Behandlung dieser Kriterien in lexikografischen Begleittexten von Wörterbüchern wie Vorworten, Benutzerhinweisen u. ä. aufgeworfen. In historischer und analytischer Perspektive kann nach Kontinuitäten, Veränderungen und Brüchen bei der Behandlung der fach- und sondersprachlichen Lexik gefragt und die Frequenz und Zeitspezifik des erfassten nicht-allgemeinen Wortguts untersucht werden.
Diesen und anderen Gegenständen möchte sich das Panel „Jenseits des Allgemeinen“ widmen. Willkommen sind Beiträge sowohl aus lexikografisch-praktischer als auch aus metalexikografischer Perspektive. Abstracts sollten den Umfang von 400 Wörtern plus Literaturangaben nicht überschreiten. Die Einreichung kann bis 15. Mai über die Plattform Conftool erfolgen. Die Auswahl der Beiträge findet bis zum 15. Juni statt. Den ausführlichen Call sowie weitere Informationen zur GAL 2025 finden Sie auf der Konferenzwebseite.
Die Gesellschaft für Angewandte Linguistik (GAL e. V.) gehört zu den größten und ältesten sprachwissenschaftlichen Fachgesellschaften im deutschsprachigen Raum. Sie bündelt Aktivitäten und Initiativen, die sich auf die Erforschung und Optimierung von Kommunikationsprozessen im Alltag und in professionellen Anwendungsfeldern richten. Bei der Jahrestagung 2025 tagen über drei Tage verteilt alle 15 GAL-Sektionen zu je spezifischen Themen.