Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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HENNEBERG (GF.EN VON)

I.

Namengebend ist die 10 km südwestl. Meiningen in Thüringen unmittelbar an der Landesgrenze zu Unterfranken über dem gleichnamigen Dorf gelegene Burg H. Deren Name ist allerdings nicht, wie man nach Ausweis des »redenden« Wappens schon im MA glaubte, von »Henne« hergeleitet; H. ist vielmehr als »Hainberg« (mit Laubwald bedeckter Berg) zu deuten (Henning 1969, S. 35). Nach der Burg nannte sich erstmals im Juli 1096 Gf. Gotebold von H. (Hennenberc). Dessen Vater Poppo, mit dem die gesicherte Stammreihebeginnt, war 1078 im Dienst Ks. → Heinrichs IV. gefallen.

Wegen des in den ersten Generationen häufig vorkommenden Namens Poppo hat die ältere Forschung die Gf.en von H. lange als Nachkommen der sog. älteren Babenberger angesehen. Eine Überprüfung dieser Vermutung anhand der Besitzgeschichte hat keine positiven Anhaltspunkte ergeben. Wagner hat stattdessen wahrscheinl. gemacht, daß die Vorfahren der späteren Gf.en von H. in enger Verbindung zur Abtei → Fulda gestanden haben (Wagner 1991, S. 24).

Die Linie H.-Römhild, die von der 1310 erfolgten Verleihung bestimmter fsl. Vorrechte nicht betroffen war, erlangte im Dez. 1466 eine von dem stadtröm. Adligen Antonio Colonna ausgestelltes Zeugnis einer angebl. gemeinsamen Herkunft aus dem antiken Rom. Dies hatte, so die Urk., der Kard. Prosper Colonna, Bruder Antonios, während seines durch das Konzil von Basel veranlaßten Aufenthaltes in Dtl. festgestellt. Wenig später erfolgte dazu eine päpstl. Bestätigung (Schultes 1788, S. 602ff., Nr. 99 und 100). Die Säule der Colonna erscheint fortan im ersten und viertenFeld des gevierten Wappens der Linie H.-Römhild. Die Hintergründe lassen sich aus der henneberg. Historiographie nicht erhellen. Die erhalten gebliebenen Werke stammen allerdings sämtl. aus dem Umfeld der Linie H.-Schleusingen.

II.

Der 1078 gefallene Poppo führte noch nicht den Grafentitel; dessen Bruder Gotebold ist seit 1091 als Bgf. von Würzburg belegt. In diesem Amt folgte ihm der gleichnamige Neffe (gest. 1144), der sich 1096 als erster Gf. von H. nannte; er war seit 1102 auch Vogt des Hochstifts → Würzburg. Gotebolds Sohn Poppo, Bgf. von Würzburg 1144-56, ist 1140 bis 1148 als Vogt des Kl.s Lorsch an der Bergstraße belegt; das Amt hatten zuvor Verwandte der Mutter innegehabt.

Der zweifellos bedeutendste unter den Regenten aus dem Grafenhaus war Berthold (gest. 1340), der auch in der Reichspolitik eine wichtige Rolle spielte. Am 25. Juli 1310 verlieh ihm Kg. → Heinrich VII. bestimmte fsl. Vorrechte (HUB I, 1842, Nr. 84; vgl. Schlinker 1999, S. 224-227, der allerdings zw. den Nachkommen Bertholds und der nicht betroffenen Linie Römhild nicht unterscheidet). Diese Verleihung fällt wohl nicht zufällig auf den Tag, an dem der Kg. mit böhm. Gesandten die Ehe seines einzigen Sohnes Johann mit der Erbin der böhm. Krone vereinbarte(Füsslein 1983, S. 210f.) (→ Böhmen). Im Namen Johanns verwalteten der Ebf. von → Mainz und Gf. Berthold von H. in den nächsten Jahren → Böhmen; im Aug. 1313 machte der junge Kg., der nach Italien aufbrach, den Gf.en von H. formell zu seinem Stellvertreter im Kg.reich (Füsslein 1983, S. 219; HUB I, 1842, Nr. 101). Unter → Ludwig dem Bayern war Gf. Berthold in ähnl. Funktion zw. 1323 und 1333 mit Unterbrechungen immer wieder für den zunächst unmündigen Sohn des Ks.s in der Mark → Brandenburg tätig(Füsslein 1983, S. 320-350). Erst im 15. Jh. aber sind Reichsoberhaupt und Reichskanzlei dazu übergegangen, dem regierenden Gf.en von H.-Schleusingen das Attribut »Hochgeboren« (statt des den Gf.en zustehenden »Wohlgeboren«) zuzubilligen; der Titel »Fürst« wurde von der Reichskanzlei erstmals 1426 verwendet (HUB VI, 1873, Nr. 230).

Ks. → Friedrich III., 10, 1996 hat im Juli 1474 bekundet, den Gf.en Friedrich und Otto aus der Römhilder Linie den fsl. Titel verliehen und sie zu Fürstengenossen gemacht zu haben (Regesten Kaiser Friedrichs III., 10, 1996, Nr. 384); eine entsprechende Verleihungsurk. ist allerdings nicht nachzuweisen. Die reichsrechtl. Stellung und die reichspolit. Bedeutung des → Mainzer Ebf.s Berthold von H. stellte sicher, daß der Status dieser Linie zu seinen Lebzeiten nicht in Frage gestellt wurde. 1526 aber wurde Gf. Berthold auf dem Reichstag zu Speyer von der Fürstenbankverwiesen.

Prominente Vertreter: Otto von (H.-) Botenlauben, Minnesänger (gest. 1244) (Otto von Botenlauben 1994); Hermann Gf. von H.-Coburg (gest. 1290), 1247 einer der Kandidaten im Vorfeld der Königswahl (Füsslein 1899; Wagner 2000); Berthold Gf. von H.-Schleusingen (gest. 1340) (Füsslein 1983); Philipp aus der Linie H.-Römhild, Bf. von → Bamberg (1475-87); Berthold aus der Linie H.-Römhild (gest. 1504), seit 1484 Ebf. von → Mainz; Johann von H.-Schleusingen, 1472 bis 1513, und sein gleichnamigerGroßneffe, 1521 bis 1541 Abt von → Fulda.

Lehen trugen die Gf.en von H. vom Reich, von den Hochstiften → Mainz, → Würzburg, → Bamberg und → Eichstätt sowie von den Abteien → Fulda und → Hersfeld (weitgehend vollständige Zusammenstellungen bei Schultes 1788, S. 443ff.; Ders. 1791, S. 266ff.).

Reichslehen

A. H.-Schleusingen:

1. → Coburg, Schaumberg und Königsberg mit Zubehör, Vogtei über Mönchröden, Zehnt Bachfeld und Herbsleben, 21. Febr. 1323 (Schultes 1791, S. 238, Nr. 23); Haus und Stadt → Coburg, Haus und Stadt Königsberg (23. Juli 1346; 22. April 1350; ThStAM Hennebergica aus Gotha Urk. Nr. 1423 und 1425), als Teil der »Neuen Herrschaft« 1353 an die Töchter bzw. Schwiegersöhne der belehnten Gf.in Jutta; Herbsleben bereits 1351 an die → Wettiner übergegangen (HUB II, 1847, Nr. 151).

2. Schloß und Gft. zu H., keinere näheren Angaben (28. Sept. 1444: Regesten Kaiser Friedrichs III., 10, 1996 Nr. 46).

3. Schloß Mainberg, 1305 erworben, Besitzbestätigung durch Ks. → Ludwig Juni 1325 (Schultes 1791, S. 74, Nr. 50). Als Ersatz fürdas Schloß Mainberg, den Zoll darunter, Halsgericht und Vogtei des Dorfes Forst, verkauft an den Bf. von → Würzburg, werden Schloß, Stadt und Vorstadt Schleusingen mit aufgezählten zugehörigen Dörfern Reichslehen, 29. März 1542 (ThStAM Hennebergica aus Gotha Urk. Nr. 1356).

B. H.-Römhild:

lehen und guter 1366 ohne nähere Angaben (HUB III, 1857, Nr. 90); halbes Gericht Benshausen mit Zubehör; Anteil am Wildbann auf dem Thüringer Wald; Hälfte von Zent, Halsgericht und Zoll zu Römhild; Hälfte von Zent, Halsgericht und Zoll zu Münnerstadt; Bann dieser Gerichte (14. Febr. 1418: HUB VI, 1873, Nr. 74; 10. Okt. 1423: HUB VI, 1873, Nr. 181; 19. Juli 1442, 7. Dez. 1467: Regesten Kaiser Friedrichs III., 10, 1996, Nr. 19 bzw. 281; 21. Juli 1495: Schultes 1788, S. 642, Nr. 114; 20. März 1536: Schultes 1788,S. 673, Nr. 126).

Lehen vom Erzstift → Mainz

Ebf. Heinrich nahm im Juni 1342 den Gf.en Heinrich von H.-Schleusingen als Burgmann zu Mühlberg an (HUB II, 1847, Nr. 88). Mit dem Tod des Gf.en i. J. 1347 ist das Rechtsverhältnis erloschen.

Ebf. Johann gewann 1407 den Gf.en Friedrich (gest. 1422) auf Lebenszeit als Burgmann zu → Aschaffenburg (KB 2, Bl. 8v).

Lehen vom Hochstift → Würzburg

A. H.-Schleusingen:

1. Lehnsauftragungen Silbach (Schultes 1794, S. 181, Nr. 4; RDHT III, 1925, Nr. 1897) und Niedersülzfeld (HUB V, 1866, Nr. 7; RDHT III, 1925, Nr. 1919), beide 1251; später nicht mehr belegt.

2. Verzicht des Gf.en auf Meiningen sowie die Vogteien Mellrichstadt und Stockheim, dafür Nachfolge in den - nicht genannten - Lehen des Burggrafenamtes; dazu Belehnung mit Nikkersfelden und Untermaßfeld, 27. Okt. 1230 (Wagner 1982, S. 123).

3. Burggrafenamt mit Zubehör: Güter, Gülten, Zehnten und Zehntanteile zu Hendungen, Häselrieth, Unsleben, Oberelsbach, Rode, Wolfmannshausen und H. sowie Güter und Einkünfte zu → Würzburg, 1317 an die Familie von Stein als Unterbgf.en weiterverlehnt (Lehnsbücher Henneberg, 1996, S. 49, Nr. 162); Lehnsurk. ohne weitere Angaben 6. Juni 1348 (HUB II, 1847, Nr. 124; ausführl. Aufzählung des Zubehörs in → Würzburg, um 1359; Lehnsbücher Henneberg, 1996, S. 143f. Nr. 76-85).

4. (Ober-) Marschallamt, 6. Juni 1348 (HUB II, 1847, Nr. 124); ausführl. Aufzählung des Zubehörs, u. a. Höfe und Weingärten zu → Würzburg sowie Oberlauringen, 1359 (Lehnsbücher Henneberg, 1996, S. 138ff., Nr. 2-75); weitere Belehnung 17. Dez. 1520 (Schultes 1791, S. 329, Nr. 233); Das (Unter-) Marschallamt war zunächst an die Familie von Homburg weiterverlehnt; 1357 erhielt die Familie von Bibra darauf eine Anwartschaft (HUB IV, 1861, Nr. 23). Später war es im Wechsel an die Familien von Bibra und von der Kere weiterverlehnt (vgl.Schultes 1791, S. 199, Nr. 162).

5. Weinberge an der Mainleite bei Schweinfurt, halbes Schloß Urspringen (weiterverlehnt an die Voit von Rieneck), Zehntanteil zu Forst, halbe Zent Marktsteinach mit Dörfern Hesselbach und Löffelsterz, halbe Vogtei Obervolkach und Dorf Sulzfeld unter Wildberg, 17. Dez. 1520 (Schultes 1791, S. 329, Nr. 233); beim Erlöschen des Grafenhauses heimgefallen.

6. Schloß Hutsberg und Dorf Jüchsen, Lehnsauftragung 24. Juli 1411 (Schultes 1791, S. 208, Nr. 166); 17. Dez. 1520 (Schultes 1791, S. 329, Nr. 233); 1583 an → Wettiner.

B. H.-Römhild:

Zu Burglehen Einkünfte in Rohr und Schwattendorf, Gf. Poppo von H.-Hartenburg, ohne Datum (HUB V, 1866, Nr. 78, mit Jahr 1319).

C. H.-Hartenburg, dann H.-Römhild:

Feste Schwarza, bisher Eigen, im Dez. 1350 zu Lehen aufgetragen (HUB II, 1847, Nr. 149); Schloß Schwarza 14. Dez. 1400 (ThStA Meiningen KB 2, Bl. 10v); Schloß Schwarza mit Zubehör, Wüstung Schwabhausen, ein Hof und eine Hofreite zu Eschelhorn, Zehntanteil zu Alsleben, drei Burglehen zu Botenlauben, ein Fischwasser an der Saale unterhalb Kissingen, ausführl. aufgezählte Güter und Gülten zu Bocklet, Sondheim bei Mellrichstadt, Bauerbach, Eyershausen, Kerbfeld, Oberlauringen, Ottelmannshausen, Ober- und Untereßfeld, Sternberg, Burghausen, Gabolshausen, Königshofen, Kissingen, Bischofswindenund Aschach; als Afterlehen das Schloß Haina, die im Hochstift gelegenen Trimbergischen Lehen, Zehnt Hendungen, Güter und Gülten zu Mittelsinn, Burghausen und Münnerstadt, 5. Okt. 1545 (Schultes 1788, S. 676, Nr. 130); Schloß Schwarza, Wüstung Schwabhausen und ein Hof zu Eschelhorn 1559 an die Gf.en von Stolberg verliehen (vgl. Schultes 1788, S. 447).

Lehen vom Hochstift → Eichstätt

A. H.-Schleusingen:

Weinzehnt an der Mainleite zu Schweinfurt usw., 1561 (Schultes 1791, S. 441, Nr. 277); dieser nach Erlöschen der Linie Römhild erfolgte Anspruch konnte allerdings gegen die Hzg.e von → Sachsen nicht durchgesetzt werden.

B. H.-Römhild:

Lehnsurk.en ohne Auflistung, 6. Juni 1323 und 28. Juli 1324 (ThStAM Amt Römhild Urk. Nr. 1 und 2); Gülten zu Königshofen, 20. März 1416 (KB 2, Bl. 9r); Dorf Gollmuthhausen, Anteil am Weinzehnten zu Schweinfurt, Besitz zu Eicha, Gleichamberg, Buchenhof und Neblers, 2. Sept. 1423 (Schultes 1788, S. 542, Nr. 66); weitere Belehnungen in der Folgezeit; später Gf.en von Mansfeld bzw. Hzg.e von → Sachsen.

Lehen vom Hochstift → Bamberg

Ritschenhausen, Einhausen, Gaulshausen und Mühlfeld sowie Besitz zu Maßfeld, 1151 (RDHT I, 1896, Nr. 1668), später nicht mehr als Lehen belegt.

A. H.-Schleusingen:

1. Burglehen, keine Nennung einer Burg, 1308 (Schultes 1791, S. 9, Nr. 10).

2. Burglehen zu Lichtenfels, 11. Juni 1401 (Schultes 1791, S. 198, Nr. 161), 8. Mai 1559 (Schultes 1791, S. 436, Nr. 273); 1583 heimgefallen.

3. Leutershof im Amt Mainberg, 1449 (so Schultes 1791, S. 273f.); 1542 tauschw. an Hochstift → Würzburg.

B. H.-Römhild:

1. Kirchhof, Vogtei und Vogtgülten zu Sulzthal, Kirchhof zu Euerdorf, Vogtei und Vogtgülten zu Wirmsthal, Kirchhof, Vogtei und Vogtgülten zu Kützberg, Vogtei und Vogtgülten zu Kleinbrach, Vogtei und Vogtgülten zu Wasserlosen und Zahlbach, Dorf Burkhardroth, Vogteien Lauter, Garitz, Vattenrode und (weitere) aufgezählte Wüstungen, 15. Aug. 1355 (Schultes 1788, S. 470, Nr. 21), später nicht mehr belegt.

2. Abtretung der vormals Trimbergischen Lehnsgüter Schloß Ziegenfeld und aufgezähltes Zubehör, stattdessen Burglehen auf der Altenburg über → Bamberg, 1. Dez. 1423 (Schultes 1788, S. 544, Nr. 69/70; HUB VI, 1873, Nr. 182), 1548 an die Gf.en von Mansfeld gefallen.

Lehen von der Abtei → Fulda

A. H.-Schleusingen:

1. Burg Schenkwald (bei Hünfeld), ein zugehöriger Wald, Güter zu Wickers, bis dahin fuld. Lehen, 30. Nov. 1300 von Gf. Berthold an den Abt von → Fulda verkauft (Schannat 1726, S. 224, Nr. 66).

2. Burglehen zu Rockenstuhl (bei Geisa/Rhön), 1303 (Schannat 1726, S. 224f., Nr. 67); später nicht mehr belegt.

3. Dörfer Bettenhausen und Seeba, 1320 vom (fuld. Neben-) Kl. Neuenberg erworben (vgl. Schultes 1791, S. 272 nach Schannat 1726, S. 225); die beiden Dörfer waren zeitw. zusammen mit Kaltennordheim, Roßdorf und Barchfeld von den Gf.en an den Abt, von diesem an Dritte verpfändet; Auslösung 5. Nov. 1419; Bettenhausen und Seeba damals noch in Händen Dritter; 1490 vier Hufen zu Neubrunn, zuvor von Dritten gekauft (Schultes 1791, S. 272 nach Schannat 1726, S. 228, Nr. 76);Bettenhausen und Seeba, zwei Hufen Land zu Herpf, vier Hufen zu Neubrunn, 10. Juli 1559 (ThStAM Hennebergica aus Gotha Urk. Nr. 1032) und später.

4. Burglehen zu Saaleck (bei Hammelburg), 28. Okt. 1329 (Schannat 1726, S. 226, Nr. 70); mit dem Tod des Gf.en 1347 heimgefallen.

B. H.-Römhild:

1. Vogtei zu Milz, zuvor in Händen der Gf.en von Orlamünde, von diesen resigniert, 3. März 1290 (Schannat 1726, S. 224, Nr. 65; ThStAM KB 2, Bl. 8v) an Linie Hartenburg, 1379 von der Linie Römhild ererbt; 15. Mai 1473 (ThStAM Amt Römhild Urk. Nr. 50; vgl. Notiz bei Schannat 1726, S. 227, Nr. 74); spätere Belehnungen.

2. Vorwerk zu Fuchsstadt, Burglehen zu Saaleck, 1325 aufgetragen (Schannat 1726, S. 225f., Nr. 69); Zahlung von 200 Pfund Hellern bzw. 20 Pfund Hellern jährl. Gülte als Erb-burglehen, 12. April 1351; nach Zahlung der Summe Auftragung des Vorwerks zu Behrungen als Burglehen, 3. Nov. 1351 (Schannat 1726 S. 227f., Nr. 72/73).

C. H.-Hartenburg, dann Schwarzburg, zuletzt H.-Schleusingen:

Halbe Zent Themar und halbe Stadt Themar, von den Gf.en von Schwarzburg an die von Bibra verpfändet, 25. Nov. 1384 (Schannat 1726, S. 243, Nr. 121). 5. Okt. 1499 forderte der Abt von → Fulda den Gf.en Wilhelm von H.-Schleusingen auf, diese Lehen von ihm zu empfangen; der Gf. lehnte das ab (ThStAM GHA VII Nr. 9, Bl. 18).

Lehen von der Abtei → Hersfeld

H.-Schleusingen:

1. Verkauf der Hersfeldischen Lehen durch die von Frankenstein an Gf. Berthold von H.-Schleusingen 16. Jan. 1331 (HUB V, 1866, Nr. 131), Belehnung durch den Abt 27. Juni 1335 (HUB II, 1847, Nr. 37); auch in späteren Lehnsurk.en keine genaue Auflistung.

2. Burglehen: Güter zu Frauenbreitungen, vormals in Händen derer von Frankenberg, 7. Juni 1301 (HUB I, 1842, Nr. 58).

3. Vogtei Herrenbreitungen, 1337 erworben (HUB V, 1866, Nr. 160); 1347 an die Gf.in Jutta bzw. deren Töchter (HUB II, 1847, Nr. 116); 1360 zusammen mit der Herrschaft Schmalkalden gemeinsam mit dem Lgf.en von → Hessen zurückerworben (HUB III, 1857, Nr. 44); 1583 an → Hessen.

2 und 3 sowie näher beschriebener Wildbann, 9. Mai 1457 (ThStAM Hennebergica aus Gotha Urk. Nr. 1044).

Eigengut

Es ist davon auszugehen, daß der gesamte im vorigen Abschnitt nicht aufgezählte Besitz Eigen war. Der im Zusammenhang mit den Reichslehen der Linie H.-Schleusingen 1444 erscheinende Begriff »Schloß und Grafschaft zu Henneberg« rät zwar zur Vorsicht, damit kann jedoch nicht der gesamte Besitz gemeint sein, andernfalls hätte man nicht 1542 Stadt und Amt Schleusingen anstelle des abgetretenen Amtes Mainberg zu Reichslehen auftragen können. Das Eigen konzentrierte sich um die Stammburg und im Vorland des Thüringer Waldes, wo der ma. Landesausbau wesentl. von den Gf.en von H.organisiert worden sein dürfte. Einzelheiten im Abschnitt Besitzentwicklung.

III.

Nach Ausweis der erhaltenen Siegel (Posse 1908; Henning 1967-70; Ders. 1969) führten die Gf.en von H. anfangs einen Adler (1131), im 13. Jh. einen geteilten Schild (oben ein wachsender, doppelköpfiger Adler, unten in mehreren Reihen geteilt). Seit den 1230er Jahren (also seit dem Verlust des Würzburger Burggrafenamtes) wurde stattdessen das »redende« Wappen der Gf.en von H. (Henne auf Dreiberg) benutzt. Gf. Heinrich von H.-Schleusingen kombinierte seit 1393 beide Wappen(im ersten und vierten Feld der geteilte Schild mit dem wachsenden Doppeladler, im zweiten und dritten die Henne). Die Linie H.-Römhild führte nach der »Bestätigung« der Herkunft von den stadtröm. Colonna (1466) ebenfalls einen gevierten Schild (1/4 Säule der Colonna; 2/3 Henne auf Dreiberg, erstmals belegt 1468).

Burgen und Schlösser Aschach, Botenlauben, → Coburg, Irmelshausen, Lichtenburg (bei Ostheim), Mainberg, Münnerstadt und Sternberg in Ober- und Unterfranken; Breitungen, Frankenberg, Frankenstein, Hallenburg, H., Hutsburg, Kaltennordheim, Kühndorf, Osterburg, Römhild, Salzungen, Schleusingen, Schmalkalden, Schwarza, Straufhain, Untermaßfeld, Wallenburg (bei Trusetal) und Wasungen (Burg Maienluft) in Thüringen; die Kl. Frauenroth (Unterfranken), Allendorf, Rohr, Trostadt und Veßra (Thüringen); Kirchen in Römhild und Schleusingen mit den Grabdenkmälern der Gf.en von H. Bauten oderBauteile aus der Zeit, in der die Gf.en von H. deren Besitzer bzw. Landesherren waren, sind nicht in jedem Fall erhalten geblieben (Dehio, Kunstdenkmäler. Bayern, I, 1979; Dehio, Kunstdenkmäler, Thüringen, 1998; Grossmann/Witter/Wölfing 1996).

Grabdenkmäler der Linien Schleusingen und Römhild sind in größerer Zahl erhalten geblieben. Die Grablege der Schleusinger Linie befand sich zunächst in Veßra. Nach dessen Aufhebung wurde sie nach Schleusingen verlegt und durch Grabsteine der in den nächsten Jahrzehnten gestorbenen Angehörigen des Grafenhauses ergänzt. Die Steine befinden sich heute in der Ägidienkapelle der Stadtkirche zu Schleusingen. Die Angehörigen der Römhilder Linie ließen sich in der von ihnen errichteten, 1450 zur Stiftskirche erhobenen Pfarrkirche von Römhild beisetzen. Die Bronzedenkmäler der Gf.enOtto (gest. 1502) und Hermann (gest. 1535) stammen aus der Nürnberger Werkstatt von Peter Vischer. Daneben sind einzelne Grabsteine andernorts erhalten geblieben (Abbildungen bei Grossmann/Witter/Wölfing 1996).

Die henneberg. Historiographie des MA muß als verloren gelten. Hinweise darauf und einzelne Zitate finden sich im »Chronicon Hennebergense«, das wohl um 1519 in Veßra entstanden ist (Chronicon Hennebergense 1900). Mit diesem Werk setzt die Tradition ein, die regierenden Gf.en und ihre Ehefrauen abzubilden; Porträtähnlichkeit dürfte allerdings nur bei den im 16. Jh. lebenden Angehörigen des Hauses gegeben sein. Unter Förderung der Gf.en von H.-Schleusingen entstanden in den nächsten Jahrzehnten eine Reihe von - z. T. gedruckten - Genealogien. Zu nennen ist insbes. das Werk des KanzlersSebastian Glaser, der Zugang zum Archiv hatte und auf dieser Quellenbasis eine Stammreihe des Grafenhauses erarbeitete, die in wesentl. Punkten bis heute gültig ist. Die Ergebnisse Glasers sind später von Cyriacus Spangenberg übernommen worden. Dessen Werk wurde im 18. Jh. neu aufgelegt, das eine Renaissance der henneberg. Geschichtsschreibung brachte; hier sind v. a. die Namen Christian Juncker und Johann Adolph Schultes zu nennen. Junckers großes Werk, die »Ehre der gefürsteten Grafschaft Henneberg«, blieb allerdings ungedruckt (Engel 1933).

IV.

Gf. Gotebold, der sich 1096 erstmals nach der Burg H. nannte, war Vogt des Hochstifts → Würzburg; er und seine Nachkommen führten bis etwa 1219 den Titel eines Bgf.en von → Würzburg. Zw. dieser Stadt und der Burg H. lag zunächst auch der Besitzschwerpunkt der Familie. Diese hat in der Folge mehrfach versucht, auf die Besetzung des Würzburger Bischofstuhls in ihrem Sinne Einfluß zu nehmen; 1122 und 1267 wurden Angehörige des Grafenhauses in zwiespältigen Wahlen zu Bf.en gewählt; beide konnten sich zunächst bzw. auf Dauer nicht durchsetzen; von 1150 bis1159 war Gebhard von H. Bf. von → Würzburg (Germania Sacra. NF, 1 1962, S. 132-137, 155-161; NF, 4, 1969, S. 16-20).

Von Poppo, dem Bruder des Gf.en Gotebold, stammen mehrere Nebenlinien, die nicht den Grafentitel führten und meist schon bald wieder erloschen. Länger, bis in die Mitte des 14. Jh., bestand davon nur die Linie der Herren von Frankenstein mit dem Besitzschwerpunkt um Dermbach/Rhön und Salzungen.

Das soziale Ansehen der Gf.en von H. in der zweiten Hälfte des 12. Jh. charakterisiert die Ehe der Irmgard von H. mit dem Pfgf.en Konrad, Halbbruder des Ks.s Friedrich I. Barbarossa. Die durch Teilung unter den Söhnen von Irmgards Bruder Poppo (gest. 1190) entstandenen Linien der Bgf.en von → Würzburg (begr. von Berthold, gest. 1218) und der Gf.en von Botenlauben (Stammvater ist der Minnesänger Otto, gest. 1244) erloschen bereits in der zweiten bzw. dritten Generation; ihr Besitz ging zum großen Teil an das Hochstift → Würzburg über.

Damit wurde die an Gf. Poppo (gest. 1242) gefallene Stammburg zum Zentrum des henneberg. Besitzes. Poppos Söhne, die Halbbrüder Heinrich (gest. 1262) und Hermann von H. (gest. 1290) agierten erfolgreich in den polit. Auseinandersetzungen der Mitte des 13. Jh. Hermann erwarb Anteile aus dem Erbe der Lgf.en von Thüringen (Herrschaft Schmalkalden) und der Hzg.e von Andechs-Meranien (um Coburg), in der Folgezeit als neue Herrschaft H. bezeichnet. Die von ihm begründete Linie erlosch 1291 mit seinem Sohn Poppo. Den Kernbesitz der Familie, der dem Gf.en Heinrich zugefallen war, teilten dessenSöhne i. J. 1274. Es entstanden die Linien H.-Schleusingen, H.-Hartenburg und H.-Aschach; da die Durchzählung der Regenten in der Literatur sehr stark differiert, wird sie im Folgenden völlig weggelassen.

Der Gründer der Linie Hartenburg, Gf. Heinrich (gest. 1317), und sein Sohn Poppo (gest. 1348) zeichneten sich durch großzügige Schenkungen an geistl. Institutionen (Veßra, Stift Schmalkalden) aus. Die Linie erlosch 1378 mit Poppos Sohn Berthold, der bereits 1371 den noch vorhandenen Besitz an die Vettern aus der Linie Aschach verkauft hatte.

Die von Gf. Hermann (gest. 1292) begrün-dete Linie Aschach (bei Bad Kissingen) wurde von den Söhnen Hermann (gest. 1307) und Heinrich (gest. 1355/56) fortgesetzt. Heinrichs Sohn Hermann (gest. 1403) übernahm, wie erwähnt, 1371 auch die Besitzungen der Linie Hartenburg. Sein Sohn Friedrich (gest. 1422) heiratete eine Dame aus der Linie Schleusingen, mit der die Römhilder Vettern durchaus nicht immer im Einvernehmen lebten. Der aus dieser Ehe hervorgangene Gf. Georg (gest. 1465) erwarb durch seine Heirat mit Johannetta von Nassau-Saarbrücken nicht nur einen Anteil an derHerrschaft Kirchheimbolanden in der → Pfalz, dessen Verkauf der Familie finanziellen Spielraum verschaffte, sondern auch personelle Beziehungen zu den Grafenfamilien am Mittelrhein, die später den Aufstieg seines jüngsten Sohnes Berthold zum Ebf. von → Mainz (1484-1504) beförderten; ein älterer Sohn, Philipp, war von 1475 bis 1487 Bf. von → Bamberg. Die im weltl. Stand verbliebenen Söhne Friedrich (gest. 1488) und Otto (gest. 1502) teilten 1465 die Herrschaft. Ihnen bestätigte Ks. → Friedrich III. im Juli 1474 die Zugehörigkeit zum Fürstenstand (Regesten Friedrichs III.,10, 1996, Nr. 384). Ehen Friedrichs bzw. seines Sohnes Hermann (gest. 1535) mit Damen aus den Häusern → Württemberg und → Brandenburg zeigen den inzw. erreichten sozialen Status, der auch durch aufwendige Bronze-Grabmäler aus der Werkstatt Peter Vischer, Nürnberg, demonstriert wurde. Schon dies dürfte die finanzielle Lage des Hauses sehr stark angespannt haben. Der nach einem Brand zw. 1539 und 1546 begonnene Umbau des Schlosses in Römhild ruinierte die Familie völlig. Streitigkeiten zw. den Brüdern Berthold (in Römhild, gest. März 1549) und Albrecht (in Schwarza, gest. Mai 1549)kamen hinzu. Mit ihnen ist die Linie Aschach, später Römhild erloschen.

Die von Gf. Berthold (gest. 1284) begründete Linie Schleusingen wurde von dessen Sohn Berthold (gest. 1340) zu reichsweitem Ansehen gebracht; dies schlug sich in der Verleihung bestimmter fsl. Vorrechte durch Kg. Heinrich VII. am 25. Juni 1310 nieder. Durch die Ehe seines ältesten Sohnes Heinrich mit einer Erbin der »neuen Herrschaft« konnte Berthold deren Erbteil an sich bringen; die Anteile der Miterben wurden angekauft. Durch Anlage eines Urbars (1317) und eines Lehnsbuches demonstrierte Berthold die Leistungsfähigkeit seiner Verwaltung. In Schleusingen, seiner bevorzugten Res.,plante er zudem die Gründung eines Kanonikerstiftes, das v. a. der Unterbringung seines Kanzleipersonals dienen sollte. Da dies am Widerstand des → Johanniterordens scheiterte, der den Patronat der Pfarrkirche besaß, erfolgte zunächst eine Verlegung nach Hildburghausen, dann nach Schmalkalden; dort hat das Stift seine ursprüngl. vorgesehene Funktion allerdings nicht erfüllen können.

Da aus der Ehe des Gf.en Heinrich (gest. 1347) nur Töchter hervorgegangen waren, fiel die von der Ehefrau ererbte »Neue Herrschaft« nach deren Tod (1353) an die Schwiegersöhne; auf diese Weise kamen die → Wettiner nach → Coburg; andere Anteile wurden noch im 14. Jh. an das Hochstift → Würzburg verkauft. Der ursprüngl. Besitz der Linie fiel an Heinrichs jüngeren Bruder Johann (gest. 1360), für dessen zunächst unmündigen Sohn Heinrich (gest. 1405) die Mutter einige Jahre die Regentschaft führte; sie erwarb 1360 zusammen mit dem Lgf.en von Hessen die HerrschaftSchmalkalden.

Die Regenten der nächsten Generationen trugen sämtl. den Namen Wilhelm (gest. 1426, 1444 und 1480). Die jeweiligen Nachfolger waren beim Tod des Vaters noch unmündig, so daß die Wwe.n bzw. Mütter die Regentschaft führten. 1445 beanspruchte Gf. Heinrich, ein jüngerer, geistl. Sohn einen Anteil am Erbe, den er bis 1450 erfolgreich durchsetzen konnte (Amt Kaltennordheim; HUB VII, 1873, Nr. 294); er starb 1475.

Sein 1480 auf dem Rückweg von einer Wallfahrt nach Rom verstorbener Neffe hinterließ mehrere Söhne. Für Wolfgang (gest. 1484) bzw. Wilhelm (gest. 1559) führte zunächst die Gräfinwwe. die Regentschaft. Wilhelm hatte sieben Söhne, von denen zwei jung starben. Drei traten in den geistl. Stand. Für sie wurden mit großem Aufwand Kanonikate nicht nur - wie schon früher übl. - in → Bamberg und → Würzburg, sondern auch in → Mainz, → Köln und → Straßburg erworben. Nachdem der älteste Sohn Wolfgang 1537 in Diensten des Ks.s gefallen war, trat Georg Ernst an seine Stelle.

1543 wurde die Reformation im Territorium eingeführt, zu dem seit 1542 auch Meiningen gehörte (beim Hochstift → Würzburg eingetauscht gegen Schloß und Amt Mainberg bei Schweinfurt). Die ererbte, durch Prestigeprojekte, u. a. eine aufwendige Hofhaltung, noch weiter verschlimmerte Verschuldung der Gft. nötigte die Gf.en, i. J. 1555 mit den → Wettinern einen Vertrag zu schließen, der diesen die Nachfolge im Territorium zusicherte, falls das Grafenhaus erlöschen sollte. Im Gegenzug übernahmen die → Wettiner alle Schulden. Da der einzige Sohn des Gf.en noch vor der Taufe starb,erlosch mit Gf. Georg Ernst am 27. Dez. 1583 das Grafenhaus.

Das Konnubium des 12. Jh.s zeigt, daß die Familie zu den führenden Grafenfamilien des Reiches gehörte; die Ehefrauen stammten aus den Geschlechtern der Gf.en von Hohenberg (Vögte des Kl.s Lorsch), Gf.en von Stade, Pfgf.en von Sachsen, Gf.en von Andechs (später Hzg.e von Meranien) und von → Anhalt. Die Töchter, von denen nur ein Teil bekannt sein dürfte, heirateten meist in gfl. Familien; unter ihnen ragt Irmgard heraus, die um 1160 Pfgf. Konrad heiratete, den Halbbruder des Ks.s Friedrich Barbarossa.

Im 13. Jh. konzentrierten sich die Eheschließungen der Töchter fast ganz auf gfl. und solche edelfreie Familien, die im Besitz eigener Herrschaften waren. Die Ehefrauen der regierenden Gf.en entstammten in der Mehrzahl Grafenhäusern und solchen fsl. Familien, deren Status eher prekär war (→ Anhalt, Teck). Aus dieser Gruppe heraus ragen Beatrix von Courtenay (aus dem Hause der Gf.en von Edessa, Verwandte des Kg.s von Jerusalem), Ehefrau des Minnesängers Otto von Botenlauben, und Margarete von Holland, die von ihrem Bruder, dem röm. Kg. → Wilhelm, 1249 mit dem Gf.en Hermannverheiratet wurde.

Nach der Teilung von 1274 setzen schon bald Unterschiede im Konnubium der einzelnen Linien ein. Dies gilt weniger für die Töchter, die auch weiterhin Gf.en und Freiherren aus der Region (meist aus Franken) heirateten, als für die regierenden Gf.en und ihre zur Nachfolge vorgesehenen Söhne.

Die Ehefrauen der Gf.en von H.-Hartenburg stammten aus der Region und aus Familien von ähnl. Status (Wertheim, Castell, Hohenlohe). Die Regenten aus der Linie H.-Aschach (später Römhild) heirateten Töchter aus den Häusern Trimberg (Edelfreie), Käfernburg, Zollern, Glogau (Linie der Hzg.e von → Schlesien), Schwarzburg, H.-Schleusingen, Wertheim, Nassau-Saarbrücken, → Württemberg, → Brandenburg, Mansfeld und Stolberg. Das Haus → Württemberg gehörte zu den angesehensten Grafenhäusern im Reich und erlangte am Ende des 15. Jh.s die Aufnahme in den Reichsfürstenstand. Ausfsl. Hause stammte nur Elisabeth von Brandenburg, eine Tochter des Kfs.en Albrecht Achilles.

Das Konnubium der Line H.-Schleusingen unterscheidet sich, was die Herkunft der Ehefrauen angeht, deutl. von dem der Vettern: die Ehefrauen der Regenten stammten aus den Häusern Schwarzburg, → Hessen, Hohenlohe, → Brandenburg, Leuchtenberg, → Baden, Hanau und → Braunschweig-Lüneburg. Nach der Verleihung fsl. Rechte i. J. 1310 entstammten demnach bis zum Ende des 15. Jh. mit einer Ausnahme alle Ehefrauen fsl. Häusern. Den Höhepunkt bildete die 1500 geschlossene Ehe des Gf.en Wilhelm (gest. 1559) mit Anastasia von Brandenburg, der jüngsten Tochter des Kfs.en AlbrechtAchilles. Deren Söhne Georg Ernst und Poppo gingen jeweils zwei Ehen ein - mit Frauen aus den fsl. Häusern → Brandenburg, → Braunschweig-Lüneburg (2) und → Württemberg.

Nachrichten zu den Besitzungen des Grafenhauses aus dem 12. und 13. Jh. sind meist Schenkungen oder Tauschverträgen zu entnehmen. Im Juli 1151 verkauften Poppo Bgf. von → Würzburg und sein Bruder Gf. Berthold von H. dem Bf. von → Bamberg Markt und Eigen (Stadt-) Steinach mit Zubehör (u. a. Burg Nordeck), die dem Vater auf dem Erbweg zugefallen waren (RDHT I, 1896, Nr. 1668); hier kann man von Fernbesitz sprechen, der aufgegeben wurde.

Nach dem Erlöschen der bgfl. Linie (um 1219) versuchte der Bf. von → Würzburg, die mit dem Burggrafenamt verbundenen Hochstiftslehen einzuziehen. Es kam zu einer erbitterten Auseinandersetzung, die mit dem Verzicht des Gf.en Poppo von H. auf Mellrichstadt und Mei-ningen endete (Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 209). Wenig später übertrug die Linie Botenlauben ihren gesamten Besitz dem Hochstift → Würzburg (1234, 1242; Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 218).

Im Febr. 1259 einigten sich die Brüder Heinrich und Hermann mit dem Bf. von → Würzburg wegen der beiderseitigen Rechte in Schweinfurt (HUB I, 1842, Nr. 35). Gf. Hermann, dem aus ursprüngl. henneberg. Besitz u. a. die Burg Straufhain zugefallen war, konnte aus dem Erbe der 1247 erloschenen Lgf.en von Thüringen die Herrschaft Schmalkalden und aus dem der 1248 erloschenen Hzg.e von Andechs-Meranien einen erhebl. Anteil mit dem Schwerpunkt um → Coburg an sich bringen und daraus die »Neue Herrschaft H.« bilden, die nach dem Tod seines einzigen Sohnes (1291) an die Tochter und derenNachkommen fiel, bis Gf. Berthold von H.-Schleusingen sie nach 1311 zurückerwarb. 1347 gehörten zur »Neuen Herrschaft« Burg und Stadt → Coburg, Hohenstein, Heldburg, Strauf, Königshofen, Sternberg, Wildberg, Rottenstein, Königsberg, Irmelshausen, Münnerstadt, Kissingen, Steinach (an der Saale), Schildeck, Schmalkalden, Hildburghausen, Eisfeld, Neustadt (bei → Coburg), Rodach und Ummerstadt (Schultes 1788, S. 242, Nr. 27). Mit Ausnahme von Schmalkalden, das 1360 zurückerworben wurde, ging dieser Besitz 1353 auf Dauer verloren - teils an die→ Wettiner, teils an das Hochstift → Würzburg, das einige Erben auskaufte.

Eine Aufstellung des Gesamtbesitzes ist erst nach der Teilung von 1274 mögl. Falls es eine Teilungsurk. gegeben hat, ist sie nicht erhalten geblieben. Aus den Urk.en der Folgezeit lassen sich die Anteile der drei Brüder jedoch rekonstruieren (Zickgraf 1944, S. 88ff.; Wölfing 1998, S. 49ff.):

1. Gf. Berthold (Gründer der Linie Schleusingen) erhielt den ältesten henneberg. Allodialbesitz mit der Burg H. (spätere Ämter Kaltennordheim, Hutsberg und H./Maßfeld), aus der Zent Themar die Orte Jüchsen und Neubrunn sowie einen Anteil an Themar, aus der Zent Benshausen das Dorf Suhl (andere Dörfer blieben gemeinsam), die Zent Wasungen und die Schlösser Schleusingen und Kühndorf (zunächst umstritten) sowie als »Fernbesitz« die Burg Dornburg bei Groß-Gerau (an die Gf.en von Katzenelnbogen zu Lehen ausgegeben) und umfangreichen Grundbesitz in Thüringen (u. a. zu Vieselbach undIsserstedt, an Niederadlige verlehnt).

Bertholds gleichnamiger Sohn, unter dem das Haus H. den Höhepunkt seines Ansehens erreichte, erwarb 1288 von den Gf.en von Käfernburg die Burg Elgersburg (Schultes 1791; Pusch, Urkundenbuch, S. 6, Nr. 6), 1295 die Vogtei Altenbreitungen vom Lgf.en von Thüringen (HUB V, 1866, Nr. 21), 1297 vom Bf. von → Würzburg als Pfand das Gericht Friedelshausen (HUB V, 1866, Nr. 22, Pfandsumme später mehrfach erhöht), 1301 die Vogtei über Kl. Frauenbreitungen, ein heimgefallenes hersfeld. Lehen (HUB V, 1866, Nr. 30), 1305 die Burg Mainbergoberhalb Schweinfurt (Füsslein 1983, S. 35, Anm. 2), deren Besitz 1325 von König → Ludwig bestätigt wurde (Schultes 1791, S. 74, Nr. 50), 1323 vom Kl. Neuenberg (Andreasberg) bei Fulda die Dörfer Bettenhausen und Seeba (HUB V, 1866, Nr. 98), 1325 Besitzungen der Herren von Frankenstein und 1330 deren Lehen vom Stift → Hersfeld (HUB I, 1842, Nr. 178 bzw. 5 Nr. 128) sowie 1337 die Vogtei des Kl.s Herrenbreitungen von den Herren von Salza (HUB V, 1866, Nr. 160). Die bedeutendste Erwerbung aber war zweifellos der vormalige Besitzdes Gf.en Hermann von H., die »Neue Herrschaft«, auf die bereits eingegangen wurde; 1317 ließ Gf. Berthold den Umfang dieser neuen Besitzungen und Rechte in einem Urbar festhalten (Schultes 1788, S. 183-237, Nr. 21); ein jüngeres Urbar, das den gesamten Besitz mit umfaßt (neben der »Neuen Herrschaft« die Vogtei H., die Zenten Wasungen, Schmalkalden, Benshausen, Herren- und Frauenbreitungen, Friedelshausen und Stockheim), entstand um 1340 (Schultes 1814, S. 45-73, Nr. 65). Seit 1317 ließ der Gf. auch Material für ein Lehnsbuchzusammentragen, das zw. 1332 und 1340 angelegt worden ist (Lehnsbücher Henneberg, 1996).

Bertholds Sohn, Gf. Heinrich, konnte im Juni 1343 aus den Händen des Gf.en von Käfernburg Haus und Stadt Ilmenau mit dem Dorf Kirchheim ankaufen; sein Schwiegersohn, der Lgf. von Thüringen, verzichtete im Okt. 1343 auf die Lehnshoheit über Ilmenau (HUB II, 1847, Nr. 94; HUB V, 1866, Nr. 74). Da Heinrich aus der Ehe mit der Erbin der Neuen Herrschaft nur Töchter hinterließ, wurde das Erbe des Vaters nach Heinrichs Tod geteilt. Die Wwe. erhielt die Neue Herrschaft (1353 nach deren Tod unter die Schwiegersöhne aufgeteilt), der jüngere Bruder Johann den übrigen, vom Vater ererbtenund hinzuerworbenen Besitz, u. a. Ilmenau und die Elgersburg (HUB II, 1847, Nr. 116); bestimmte Teile blieben zunächst gemeinsam. Dazu gehörte auch die Reichspfandschaft Schweinfurt (Burg und Stadt), die 1351 an das Hochstift → Würzburg abgetreten wurde (Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 85).

Um sich gegen mögl. Ansprüche von Seiten der Gf.in Jutta und ihrer Schwiegersöhne zu schützen, ließ sich Gf. Johann im Juni 1348 vom Bf. von → Würzburg mit dem Marschall- und dem Burggrafenamt des Hochstifts sowie mit der Gft. H. und Zubehör belehnen (HUB II, 1847, Nr. 124). Vom Bgf.en von → Nürnberg, einem Schwiegersohn der Gf.in Jutta, konnte Johanns Wwe. im Nov. 1360 gemeinsam mit dem Lgf.en von → Hessen die Herrschaft Schmalkalden erwerben, die ein Teil der Neuen Herrschaft gewesen war und bis 1583 ein hess.-henneberg. Kondominium blieb.

Gf. Johann hatte bereits 1351 Haus und Dorf Herbsleben (Reichslehen) an den Lgf.en von Thüringen verkaufen müssen (HUB II, 1847, Nr. 151). Im gleichen Jahr folgte die Verpfändung von Ilmenau an den Gf.en von Schwarzburg (HUB 2 Nr. 166); die Elgersburg wurde 1365 an die → Wettiner verpfändet (HUB III, 1857, Nr. 80).

Ilmenau war von 1351 bis 1418 (HUB VI, 1866, Nr. 81) und erneut zw. 1445 (Schultes 1804, S. 53, Nr. 11) und 1476 im Pfandbesitz der Gf.en von Schwarzburg; nach 1421 waren kurzfristig die Gf.en von Gleichen (Schultes 1791, S. 218, Nr. 173), von 1426 (HUB VI, 1866, Nr. 233) bis 1445 die von Witzleben, seit 1476 (Schultes 1804, S. 58, Nr. 14) die von Schaumberg Pfandinhaber; erst 1498 kamen Schloß, Stadt und Amt wieder in den Besitz der Gf.en von H. (Schultes 1804, S. 8).

Für die Geschlossenheit des henneberg. Territoriums von größerer Bedeutung war Meiningen, alter Besitz der Bf.e von → Würzburg, jedoch wegen der großen Schuldenlast des Hochstifts mehrfach an die Gf.en von H. verpfändet. Im März 1350 wies der Bf. dem Gf.en Johann von H. eine jährl. Gülte von 50 Pfund Hellern auf die Stadt Meiningen und die Feste Landswehr (heute Landsberg) an (HUB V, 1866, Nr. 193); weitere Einkünfte waren an Niederadlige versetzt, die im Besitz von Burglehen in Meiningen und Landswehr waren. Mehrfach verpfändete der Bf. Burg und Stadt Meiningen an Niederadlige(1406: Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 136; 1415: Pusch, Urkundenbuch, S. 310, Nr. 254); im Aug. 1434 wurde die Stadt den Gf.en Wilhelm und Heinrich von H. unter Vorbehalt eines Lösungsrechtes verpfändet (HUB VII, 1873, Nr. 25); im Jan. 1435 wurde die Pfandschaft um die Dörfer Vachdorf, Leutersdorf und Queienfeld erweitert (HUB VII, 1873, Nr. 31), 1446 die Pfandsumme weiter erhöht (Pusch, Urkundenbuch, S. 413ff., Nr. 330). Im April 1495 löste der Bf. die Pfandschaft aus (Germania Sacra. NF, 13, 1978, S. 36;Pusch, Urkundenbuch, S. 679, Nr. 480-482); innerhalb von fünf Jahren sollte die Pfandsumme vollständig zurückgezahlt werden. Im Febr. 1542 allerdings konnte Meiningen - im Tausch gegen das Amt Mainberg bei Schweinfurt - auf Dauer von den Gf.en von H. ihrem Territorium integriert werden (Pusch, Urkundenbuch, S. 939ff., Nr. 641).

Die Gf.en von Schwarzburg hatten eine Hälfte ihres Anteils an Themar und der Osterburg 1380 an die von Bibra verpfändet (Wölfing 1998, S. 295, Nr. 339). 1416 konnten die Gf.en von H. die andere Hälfte von den Gf.en von Schwarzburg erwerben (ThStAM Hennebergica aus Gotha Nr. 1444). Zw. 1452 und 1478 konnte der auf mehrere Familienangehörige zersplitterte Anteil derer von Bibra ebenfalls erworben werden (Wagenhöfer 1998, S. 597f.; ThStAM GHA I Nr. 515). Damit war die gesamte, bei der Teilung von 1274 an die Linie Hartenburg gefalleneHälfte von Stadt und Amt Themar mit der Osterburg in Händen der Gf.en von H.-Schleusingen. Zw. 1455 und 1483 schließl. konnten die Gf.en von H. in mehreren Schritten in die Pfandschaft Amt Dermbach/Fischberg eintreten (Kühn 1854, S. 256-260).

Mit der Auslösung von Ilmenau (1498), dem Eintausch von Meiningen (1542) und dem Erwerb von Teilen der Gft. H.-Römhild erhielt die Gft. den Zuschnitt, den sie bis zum Erlöschen des Grafenhauses behalten sollte. 1583 traten → Ernestiner und → Albertiner gemeinsam das Erbe im Territorium an, das von einer in Meiningen ansässigen Regierung verwaltet wurde. Eine territoriale Aufteilung erfolgte erst 1660. Das Hochstift → Würzburg zog seine Lehen ein; die Herrschaft Schmalkalden war nach 1583 ganz hess.

2. Gf. Hermann (Linie Aschach) erhielt 1274 aus dem Stammgebiet des Hauses nur Besitz zu Lengfeld, Belrieth, Behrungen und Hendungen, dazu die weiter südl. gelegenen Burgen Aschach, Ebenhausen und Münnerstadt (halb) sowie das halbe Gericht Saal an der Saale (alle in Unterfranken). Als Mitgift seiner Ehefrau erhielt er einen Anteil an der Herrschaft Trimberg, die seinen Nachkommen nach dem Erlöschen des Geschlechtes ganz zufiel (1376: Schultes 1788, S. 478, Nr. 25). Ebenhausen wurde 1315 dem Vetter Heinrich verpfändet (Schultes 1788,S. 457, Nr. 5) und von dessen Sohn Berthold 1353 an das Hochstift → Würzburg verkauft (Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 86). Hermanns gleichnamiger Enkel, der 1368 seine Hälfte der Herrschaft Wildberg und das halbe Gericht Saal an das Hochstift → Würzburg verkauft hatte (Schultes 1788, S. 475, Nr. 24), erwarb 1371 den verbliebenen Besitz der Linie Hartenburg, den er nach dem Tod des Vetters Berthold (1378) gegen dessen Schwester und Schwager verteidigen mußte. Die in diesem Zusammenhang übernommenen Belastungen zwangen ihn allerdings, Burg und Amt Aschach1391 an Dietrich von Bibra zu verpfänden (Schultes 1788, S. 496, Nr. 38) und i. J. 1401 an den Bf. von → Würzburg zu verkaufen (Germania Sacra. NF, 4, 1969, S. 134). Schwerpunkte der Herrschaft wurden somit die Hartenburg und das darunter gelegene Römhild.

In den folgenden Generationen wurde die negative Besitzentwicklung gestoppt. Hermanns Sohn Friedrich, der 1393 von seinem Schwiegervater, Gf. Heinrich von H.-Schleusingen, die Hälfte der Stammburg erhalten hatte (HUB VI, 1866, Nr. 74), erwarb vom Hochstift → Würzburg die Burgen und Ämter Sternberg und Königshofen (1400 als Pfand; 1412 in Kauf umgewandelt; Schultes 1788, S. 505, Nr. 45 bzw. S. 519, Nr. 54) und 1402 als Pfand Burg Botenlauben (Schultes 1788, S. 506, Nr. 46). Sein Sohn Georg (gest. 1465) erhielt als Erbteilseiner Ehefrau Johannetta von Nassau-Saarbrükken einen Anteil an der Herrschaft Kirchheimbolanden in der → Pfalz, den er bald wieder verkaufte (1431: Mötsch 1993). Der erzielte Erlös wurde zur Arrondierung des ererbten Besitzes verwendet: 1433 als Pfand das Amt Lichtenberg/Ostheim sowie die Hälfte von Stadt und Amt Salzungen, ursprüngl. Besitz des Stifts → Fulda (Schultes 1788, S. 561, Nr. 78); 1434 Schloß und Amt Aschach und die würzburg. Hälfte von Münnerstadt (Schultes 1788, S. 564, Nr. 80);1435 Fladungen und Steinach an der Saale (Schultes 1788, S. 567, Nr. 81) sowie Mellrichstadt (Schultes 1788, S. 572, Nr. 83); Vorbesitzer war jeweils das Hochstift → Würzburg. Schließl. kaufte der Gf. zw. 1435 und 1444 von mehreren Teilhabern die ehemalige Johanniter-Kommende Kühndorf (Schultes 1788, S. 570, Nr. 82 und S. 579, Nr. 88). Damit war für die Linie Römhild, die gleichzeitig ihre Residenzstadt ausbaute, der Höhepunkt erreicht. 1453 wurden Streitigkeiten mit der Linie Schleusingen geschlichtet,die in der Gemengelage der beiderseitigen Besitzungen ihre Ursache hatten; dabei änderte sich die territoriale Zugehörigkeit einiger Dörfer (Schultes 1788, S. 594, Nr. 95).

Eine 1468 durch Schiedsrichter vorgenommene Erbteilung unter Georgs Söhnen erbrachte für den Gf.en Otto den Anteil mit Münnerstadt, Aschach, Botenlauben, Lichtenberg und Fladungen, für den Gf.en Friedrich Römhild, Königshofen, Sternberg, Kühndorf, Schwarza, Hallenberg und Salzungen; der Anteil an der Stammburg H. blieb gemeinsam (Schultes 1788, S. 606, Nr. 102). Aus Ottos Anteil löste der Bf. von → Würzburg 1473 Botenlauben aus (Schultes 1788, S. 386); 1483 versuchte er, auch Aschach und die würzburg. Hälfte von Münnerstadtauszulösen; es kam zu einem Vergleich, der die Auslösung auf das Jahr 1490 verschob. Der Bf. machte den Gf.en Otto, der sich bevorzugt auf der Burg Aschach aufgehalten hatte, auf Lebenszeit zum Amtmann von Aschach und Münnerstadt (Schultes 1788, S. 623, Nr. 109 und S. 633, Nr. 112 b); dem Hochstift wurde zudem ein Vorkaufsrecht am henneberg. Anteil eingeräumt. Aus den so gewonnenen Mitteln erwarb Otto, der zu den engen Vertrauten seines Bruders, des Ebf.s von → Mainz, gehörte, i. J. 1486 von diesem eine Hälfte am ursprüngl. fuld. Amt Brückenau undSchildeck (Schultes 1788, S. 627, Nr. 111), die allerdings schon 1499 vom Abt von Fulda zum größten Teil wieder ausgelöst wurde.

Erwerbungen größeren Umfangs gab es nicht. Gf. Friedrich und sein Sohn Hermann haben, wie es scheint, alle zur Verfügung stehenden Mittel für den Ausbau der Stadt Römhild, v. a. für den Bau des Schlosses verwendet und dabei wohl auch an die Substanz der Herrschaft gegriffen, die Hermann dadurch weiter schwächte, daß er 1532 eine Erbteilung unter seinen Söhnen vornahm. Berthold erhielt die Ämter und Schlösser Römhild, Hartenburg und Lichtenberg sowie ein Viertel der Stammburg H., Albrecht die Schlösser und Ämter Schwarza, Kühndorf und Hallenberg, die halbe Zent Benshausen, ein Viertel derStammburg, die Kellerei Behrungen und die Hälfte von Salzungen; den Rest - und die Hälfte von Münnerstadt und den Besitz in diesem Raum - behielt sich der Gf. auf Lebenszeit vor (Schultes 1788, S. 660, Nr. 123).

Die sich u. a. durch den Stadtbrand von Römhild (Dez. 1539) weiter verschärfende finanzielle Krise zwang den Gf.en Berthold, seinen Anteil zunächst (1544) dem Bruder anzubieten und ihn, als dieser mehrfach ablehnte, im Nov. 1548 an die Grafen von Mansfeld zu verkaufen (Schultes 1788, S. 683, Nr. 134). Mit dem Tod beider Brüder ist die Linie ist im Frühjahr 1549 erloschen.

Die Gf.en von Mansfeld verkauften 1550 das ihnen zugefallene Viertel der Stammburg H. an die Gf.en von H.-Schleusingen, 1552 ein Viertel von Münnerstadt an das Hochstift → Würzburg (Schultes 1788, S. 408) und im Aug. 1555 die übrigen Herrschaften - v. a. die Ämter Römhild und Lichtenberg - an die → Wettiner (ThStAM Amt Römhild Urk. Nr. 159).

Gf. Albrecht hatte seine Wwe. Katharina von Stolberg zur Erbin eingesetzt. Dies wurde von Gf. Wilhelm von H.-Schleusingen angefochten. Mit dem Tode Albrechts begann daher eine längere jurist. Auseinandersetzung vor dem Reichskammergericht. Im Nov. 1553 wurde Gf. Wilhelm vom Kaiser in den Reichslehen bestätigt, die Gf. Albrecht besessen hatte - der halben Zent Benshausen, dem Anteil am Wildbann auf dem Thüringer Wald und einem Viertel von Zent und Zoll Münnerstadt (Schultes 1788, S. 746, Nr. 7); die Besitzergreifung im Eigen wurde dem Gfen im Febuar 1554allerdings untersagt (Schultes 1788, S. 748, Nr. 8). Tatsächl. war und blieb der vormalige Anteil Albrechts zumeist in Händen der Gf.en von H.-Schleusingen. Der Anteil an Salzungen fiel nach dem Tod der Gräfinwwe. Katharina (1577) an die Wettiner. Das Viertel von Münnerstadt verkauften die Gf.en von Stolberg 1583 an das Hochstift → Würzburg, das so Stadt und Amt völlig in seine Hand brachte (Schultes 1788, S. 388).

Als das Haus H. i. J. 1583 erlosch, war eine endgültige Entscheidung noch nicht gefallen. Der Reichskammergerichtsprozeß wurde von den → Wettinern fortgeführt, blieb allerdings während des Dreißigjährigen Krieges über längere Zeit liegen. Erst im Aug. 1672 bzw. Okt. 1676 kam es zu einem gütl. Vergleich, der den Gf.en von Stolberg den Markt Schwarza einräumte (Schultes 1788, S. 733).

3. Gf. Heinrich erhielt bei der Teilung 1274 die Burg Hartenburg mit dem darunter gelegenen Römhild, aus der Zent Benshausen die Burgen Schwarza und Hallenberg sowie aus der Zent Themar die Osterburg und etl. Dörfer ganz, an Themar selbst einen Anteil. Er erwarb 1315 von seinem Neffen Ebenhausen, das 1353 an das Hochstift → Würzburg verkauft wurde (s.o.). Die Osterburg und der Anteil an der Stadt Themar und den zugehörigen Dörfern mußten im Juni 1359 an die Gf.en von Schwarzburg verpfändet werden (Schultes 1788, S. 307, Nr. 26); der noch verbliebene Restder Herrschaft wurde 1371 an den Vetter aus der Aschacher Linie verkauft (Schultes 1788, S. 308, Nr. 27). Nach dem Tod des Gf.en Berthold kam es zu einer Auseinandersetzung zw. dem Gf.en von H.-Hartenburg und dem Gf.en von Schwarz-burg, Schwager Bertholds, der letztl. im Pfandbesitz von Themar und Osterburg bestätigt wurde.

Quellen

Siehe die entspr. Angaben im Text. - Chronicon Hennebergense, 1900. - HUB. - Lehnsbücher Henneberg, 1996. - Pusch, Hermann: Urkundenbuch der Stadt Meiningen samt dem Dorfe Helba, den Wüstungen Berkes, Defertshausen, Reumles, Niedersülzfeld und dem Landsberge (Typoskript im StA Meiningen, Kopie im Thüringischen SA Meiningen). - RDHT. - Regesten Kaiser Friedrichs III., 10, 1996. - ThStAM GHA. - ThStAM Kopialbücher. - ThStAM Urkunden.

Literatur

Dehio, Kunstdenkmäler, Bayern, 1, 1979. - Dehio, Kunstdenkmäler, Thüringen, 1998. - Engel, Wilhelm: 400 Jahre hennebergische Geschichtsschreibung, in: Sachsen und Anhalt 9 (1933) S. 199-230. - Füsslein, Wilhelm: Hermann I. Graf von Henneberg (1224-1290) und der Aufschwung der hennebergischen Politik, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Altertumskunde 19 (1899) S. 56-109, 151-224 und 295-342. - Füsslein1905. - Germania Sacra. NF, 1, 1962; 4, 1969; 13, 1978; 36, 1996. - Grossmann/Witter/Wölfing 1996. - Henning 1967-70. - Henning 1969. - Kühn, Bruno: Die Geschichte des Amtsbezirks Dermbach, in: Zeitschrift des Vereins für Thüringische Geschichte und Alterthumskunde 1 (1854) S. 249-296. - Mötsch, Johannes: Die Grafen von Henneberg als Besitzer der Herrschaft Kirchheimbolanden in der Pfalz, in:Jahrbuch des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins 8 (1993) S. 117-126. - Otto von Botenlauben, 1994. - Posse 1908 (Henneberg: Tafeln 43 bis 53). - Schannat 1726. - Schlinker 1999. - Schultes 1788/91. - Schultes 1-2, 1794/1804. - Schultes 1814. - Wagenhöfer 1998. - Wagner, Heinrich: Neustadt an der Saale, München 1982 (HistorischerAtlas von Bayern. Tl. Franken. Reihe I, Heft 27). - Wagner 1991. - Wagner 1996. - Wagner, Heinrich: Hermann I. Graf von Henneberg (1223/4-1290), in: Fränkische Lebensbilder, Bd. 18, hg. von Erich Schneider, Neustadt an der Aisch 2000 (Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Reihe VII a), S. 1-14. - Wendehorst 1964. - Wölfing 1992. - Wölfing, Günther: Themar und dieOsterburg. Stadt, Burg, Zent und Amt im Mittelalter. Bd. 1: Grenzen und natürliche Verhältnisse. Das Frühmittelalter (bis ca. 1050), Kloster Veßra 1996. Bd. 2: Das Hochmittelalter. Von der Mitte des 11. Jahr- hunderts bis zur hennebergischen Teilung von 1274, Kloster Veßra 1997. Bd. 3: Das Spätmittelalter 1. Tl.: Von der hennebergischen Teilung 1274 bis zum Ende der schwarzburgischen Mitherrschaft 1416, Kloster Veßra 1998 (Veröffentlichung des Hennebergischen Museums, 8, 9, 11; Sonderveröffentlichung des Hennebergisch-Fränkischen Geschichtsvereins, 9, 11, 14). -Zickgraf 1944.