Höfe und Residenzen im spätmittelalterlichen Reich

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Gottesdienst und Frömmigkeit

Die Formen des kirchl. Lebens in den Res.en sind Teil des allg. Frömmigkeitslebens, das sich im späten MA in vielfältiger und reicher Weise entfaltet hat und das in der der Frühen Neuzeit durch die konfessionelle Spaltung weiter differenziert worden ist. Grundsätzl. muß betont werden, daß Res.en nicht nur Stätten weltl. Feiern und höf. Feste waren, sondern selbstverständl. auch des kirchl. Lebens, das in zeitl., räuml. und ständ. Hinsicht viele Facetten aufweist. Die moderne Frömmigkeitsforschung ist von traditionellen Konzepten der »Volks-« und »Elitenfrömmigkeit« abgerückt und bevorzugt den Begriff »Laienfrömmigkeit« (Schreiner), der aber auf Höfe und Res.en nur bedingt anwendbar ist, da es hier um die »praxis pietatis« weltl. und geistl. Fs.en geht. Die Feststellung allg. Trends schließt selbstverständl. nicht aus, daß es im fsl.-dynast. Bereich auch spezif. Formen der Glaubenspraxis gegeben hat. Die persönl. Frömmigkeit von Fs.en und Dynasten manifestierte sich in der Verehrung individueller Patrone und dynast. Heiliger, in vielfältigen liturg. Stiftungen, Beachtung der Fastengebote (bzw. Einholung von Dispensen, die davon befreiten), aber auch im Erlaß von Landesordnungen mit Vorschriften zur religiösen Lebensführung der Untertanen. Eine wichtige Rolle spielte des weiteren die Pflege der Memoria in Verbindung mit der dynast. Grablege, die Begehung hoher kirchl. Festtage (das Aufsuchen von Festtagspfalzen ist ein schon im frühen MA feststellbares Phänomen), die Gewinnung von Ablaßprivilegien und die öffentl. Ausstellung von Reliquiensammlungen, die in manchen Res.en verwahrt wurden. Namentl. die Durchführung von Prozessionen, Wallfahrten und Pilgerreisen konnte den ganzen Hof oder Teile der Hofgesellschaft mit einschließen. Im Zusammenhang mit den Res.en begegnen auch die vielfältigen, im SpätMA begründeten Formen kirchl.-genossenschaftl. Lebens wie etwa Hoforden, Rittergesellschaften oder Bruderschaften des Hofgesindes. Nur Einzelfragen sind bislang relativ gut erforscht. Insgesamt fehlt es für die Höfe und Res.en des angegebenen Zeitraumes an systemat. Untersuchungen über den Stellenwert von Gottesdienst und Frömmigkeit für Fs.en und Dynasten, ihre Familien und die höf. Umgebung.

In Residenzburgen und -schlössern finden sich Sakralbauten sehr unterschiedl. Rechtsform, Funktion und Baugestalt. Das Spektrum reicht von Oratorien als Stätten der privaten Andacht (z. B. die Reliquienkapelle Karls IV. in Burg Karlstein) und Burgkapellen über Kirchen mit Pfarrechten bis hin zu vollausgestalteten Kollegiatstiften (Residenzstift). Die territorial- und verfassungsgeschichtl. Voraussetzungen bestimmten ganz wesentl. die Gestaltung des kirchl. Lebens und der sakralen Strukturen der Höfe und Res.en. Im Prozeß der spätma. Hof- und Residenzbildung haben stets auch geistl. Komponenten eine wichtige Rolle gespielt.

Das Verhältnis von Res. und Kirche läßt sich deshalb nicht auf die Frage nach den Burg- und Schloßkapellen im engeren Residenzbereich reduzieren, sondern muß die gesamte kirchl. Organisation des Residenzortes (Pfarrkirchen, Kl. und Stifte, Kathedralkirchen) miteinbeziehen. Dies verdeutlicht exemplar. die habsburg. Res. Wien, wo das Kl. der Augustinereremiten, gegr. 1327 von Kg. Friedrich dem Schönen, als Hofkirche diente, das Hofgesinde aber die nahe der Hofburg gelegene Michaelerkirche nutzte und der Dynastie im Laufe der Jh.e mehrere Kirchen als Grablege dienten. In der Allerheiligenkapelle der Hofburg wurde 1358 von Ehzg. Rudolf IV. ein Kollegiatstift errichtet, das 1365 an die Stephanskirche übertragen und 1469 zum Domkapitel erhoben wurde. Den kirchl.-sakralen Ausbau des Residenzortes eines Reichsfs.en zeigt eindrucksvoll das Vorgehen Hzg. Ludwigs VII. von Bayern-Ingolstadt, der 1425 in Ingolstadt die Kirche Unserer Lieben Frau als Hof- und Pfarrkirche gründete und diese nicht nur zur Grablege bestimmte, sondern mit einer beträchtl. Zahl von Pfründen ausstattete und umfangr. liturg. Stiftungen (u. a. wöchentl. Fronleichnamsprozession, immerwährendes Psalmengebet) einrichtete. Ebf. und Bf.e verfügten mit ihrer Kathedralkirche an sich über einen festen geistl. Mittelpunkt, doch mußten manche von ihnen seit dem 13. Jh. angesichts kommunaler Autonomiebestrebungen die Bischofsstadt verlassen und an ihren Residenzorten neue kirchl. Strukturen aufbauen.

Die Burg- und Schloßkapellen waren selbstverständl. Stätten von Gottesdienst, Predigt und - sofern eine ausreichende Zahl von Geistl. vorhanden war – auch des Chorgebets. Am Hof scheint der tägl. Gottesdienst, soweit es Hofordnungen erkennen lassen, gängige Praxis gewesen zu sein, obschon sich die Christenpflicht grundsätzl. auf die Sonntagsmesse beschränkte (ein Extremfall dürfte Ks. Friedrich III. gewesen sein, der dreimal tägl. der hl. Messe beiwohnte) (Abb. Farbtafel 8). Sofern fest bepfründete Kapläne vorhanden waren, konnten diese die Messe zelebrieren, doch ist auch belegt, daß Ordenspriester nahegelegener Kl. für die Meßfeier in der Hofkapelle in Anspruch genommen wurden, in Geldern (1315) und in Kassel (1300) bspw. die Karmeliten. In Nürnberg wurde die Kapelle der hohenzoller. Burggrafenburg von Schottenmönchen des Ägidienkl.s betreut, die aber nur dann tägl. die Messe zu feiern hatten, wenn der Bgf. anwesend war. Zum kirchl. Leben in der Res. gehörten bis zur Reformation und weiterhin im altgläubigen Bereich neben Kaplänen und fest bepfründeten Vikaren auch Beichtväter und Hofprediger.

In institutioneller Hinsicht ist die kirchl. Entwicklung von Residenzorten im späten MA vielerorts mit der Gründung von Residenzstiften verbunden, in denen Gottesdienst und Liturgie von fest bepfründeten Weltgeistl. (Kanonikern) versehen wurden. Die Verbindung von Burganlagen und Pfalzen mit Kollegiatstiftskirchen reicht schon in das HochMA zurück (ein Sonderfall, der nichts mit Residenzbildung zu tun hat, ist die Aufgabe von Dynastenburgen zugunsten von Kl.n und Stiften, wie sie z. B. Elten am Niederrhein oder Comburg in Württemberg. Franken im Zuge der monast. Reformen des HochMAs erfolgt ist). Ein frühes Beispiel ist die Harzburg bei Goslar mit einem Stift, das auch als sal. Grablege diente. In Böhmen begegnen ebenfalls schon im 11. Jh. kgl. Residenzstifte (Altbunzlau, Leitmeritz, Wischehrad/Prag). Im deutschsprachigen Raum beginnt die Gründung von Residenzstiften auf dynast. Ebene in nennenswerter Zahl im späten 13. Jh. (u. a. Gf.en von Berg in Düsseldorf, St. Lamberti 1288, Gf.en von Ravensberg in Bielefeld, St. Marien 1293). Die Einrichtung eines solchen Stiftes konnte mancherorts anknüpfen an die Ausstattung der Burgkapelle mit mehreren Benefizien, blieb aber nicht selten bei Zwischenformen stehen, die als »Halb- oder Minderstift« bezeichnet werden können. So wurde im Meißner Dom die Fürstenkapelle als Hauptgrablege der Wettiner im 15. Jh. mit einem geistl. Gremium verbunden, das durch mehrere Zustiftungen bis 1540 auf 41 Vikare anwuchs und ein stiftsähnl. Gremium bildete. Manche Residenzstifte dienten zugl. als Universitätsstifte (z. B. das Allerheiligenstift in Prag oder Hl. Geist in Heidelberg). Ein Residenzstift konnte innerhalb der Burgkapelle eingerichtet werden, die ggf. baul. erweitert wurde, wie z. B. St. Georg in Altenburg (gegr. 1413) (Abb. 41), oder räuml. klar von der Res. getrennt sein, wie in Eutin, wo das Residenzstift der Lübecker Bf.e 1309 in der Pfarrkirche eingerichtet wurde. In Berlin-Cölln wurde das 1465 in der Schloßkapelle St. Erasmus gegründete Residenzstift (siehe auch Abb. 43) noch 1540 in die Dominikanerkirche verlegt. Die personellen Verflechtungen zw. Residenzstift, Stadt und Hof (Kanoniker als gelehrte Räte, Kanzleischreiber, Leibärzte, Geschichtsschreiber) waren selbstverständl. eng.

Residenzstifte waren nicht nur Stätten des tägl. Gottesdienstes und des Chorgebets der Kanoniker, sondern sie konnten auch als Grablege und damit als Ort der Memoria dienen. Einige spätma. Burg- und Schloßkapellen verfügten zudem über große Reliquiensammlungen, die z. T. mit öffentl. Heiltumsweisungen verbunden waren (z. B. die Schloßkirche der Wettiner in Wittenberg, oder Burg Manderscheid). Die Reliquiensammlungen waren vielfach Ergebnis persönl. Frömmigkeit und Sammelleidenschaft, wie es etwa für Kfs. Friedrich den Weisen oder Kard. Albrecht von Brandenburg nachweisbar ist. Sie prägen das gängige Bild von der fsl. Frömmigkeit des ausgehenden MA, sind mit Blick auf Höfe und Res.en aber gewiß kein sehr verbreitetes Phänomen.

Diese Beispiele lenken abschließend den Blick darauf, daß sich die religiöse Haltung und Einstellung des Fs.en nicht nur in den vielfältigen Formen individueller Frömmigkeit und Stiftungstätigkeit manifestierten, sondern auch in der Praxis der landesherrl. Kirchenpolitik, die sich keineswegs nur – wie es angesichts des Forschungsstandes scheinen mag – in der Förderung spätma. Klosterreform (Observanzbewegungen) erschöpfte. Die Kirchenpolitik Hzg. Georgs des Bärtigen von Sachsen (1500-39) im Übergang vom ausgehenden MA zur Frühen Neuzeit ist dafür ein hervorragendes Beispiel.

Persönl. Bekenntnis des Fs.en und landesherrl. Kirchenregiment gingen nun Hand in Hand und wurden seit der Glaubensspaltung des 16. Jh.s zur Schicksalsfrage für die konfessionelle Ausrichtung der Territorien. Dabei prägte und bestimmte die Konfessionalisierung nicht nur das religiöse Leben der Untertanen, sondern auch die des Fs.en und seines Hofes. Dazu trugen entscheidend neue geistl. Eliten bei, wobei für die kathol. Höfe v. a. auf die Rolle der nachtridentin. Orden, namentl. der Jesuiten als Beichtväter, und für die luther. und calvinist. Höfe auf den Einfluß von gelehrten Theologen als Hofprediger zu verweisen ist. Als Ergebnis kann die Entstehung eines neuen, konfessionell je eigenen Frömmigkeitsstils an den Höfen und Res.en festgestellt werden.

Quellen

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Adam Daniel Contzen, aulae speculum. Sive de statu, vita, virtute aulicorum atque magnatum, Coloniae Agrippinae 1630. - Polykarp d. Ä. Leyser, Regenten-Spiegel, oder Erklärung deß 101. Psalmen in 4. Predigten zum Anfang und Beschluß deß Land-Tags zu Torgau, Leipzig 1605, ND hg. von Ferdinand Friederich, Halle 1858. - Joachim Lütkemann, Regenten Predigt (von der höchsten Tugend hoher Obrigkeit, über Psalm 37 V. 34) 1671, in: Christiano-scopia epistolica: Oder Christlicher Wahrsager u. Zeichen-Deuter. Das ist: Die sontägliche Episteln durchs gantze Jahr […] außgeleget […], Andreas Ottho, Hanau: Stock, 1668. – David Pforr, Christlicher Hofspiegel aus des Gott-gefälligen Israelitischen König Davids 101. Psalm zuforderst Obrigkeit und Regenten dann auch dero hohen und niedern Bedienten und Unterthanen, Schmalkalden 1679.

Literatur

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Weitere landschaftl. Untersuchungen, die auch zeitl. über die materialreiche Sammlung von Streich hinausführen (siehe unten), die sich auf das 8. bis 13. Jahrhundert erstreckt, sind wünschenswert. – Avril, Joseph: Églises paroissiales et chapelles de châteaux aux XIIe-XIIIe siècle, in: Seigneurs et Seigneuries au Moyen Age. Actes du 117e Congrès national des Sociétés Savants, Clermont Ferrand 1992, Paris 1995, S. 337-355. – Ernst, Bernhard: Früh- bis spätmittelalterliche Burgkapellen in der Oberpfalz, in: Aspekte der Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit. Festschrift für Walter Sage, hg. von Ingolf Ericsson und Hans Losert, Bonn 2003, S. 116-127 (Bamberger Schriften zur Archäologie des Mittelalters und der Neuzeit, 1). – Fleck, Walther-Gerd: Protestantische Schloßkapellen, in: Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd 1, hg. von Horst Wolfgang Böhme u. a., Stuttgart 1999, S. 323f. – Großmann, Dieter: Die Bedeutung der Schloßkapellen für den protestantischen Kirchenbau, in: Renaissance in Nord-Mitteleuropa, München u. a. 1990, S. 127-147 (Schriften des Weserrenaissance-Museums Schloß Brake, 4). – Herrmann, Christofer: Oratorien, in: Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1, hg. von Horst Wolfgang Böhme u. a., Stuttgart 1999, S. 321f. – Kerber, Dieter: Rechtsvorgänge in Burgkapellen. Ein Überblick, in: Burg- und Schloßkapellen, hg. von der Deutschen Burgenvereinigung durch Barbara Schock-Werner und Hartmut Hofrichter, Stuttgart 1995 (Veröffentlichungen der Deutschen Burgenvereinigung. Reihe B: Schriften, 3), S. 41-44. – Krause, Hans-Joachim: Sächsische Schloßkapellen der Renaissance, 2. Aufl., Berlin 1982 (Das christliche Denkmal, 80). – Krause, Hans-Joachim: Die Schloßkapelle in Torgau, in: Glaube und Macht. Sachsen im Europa der Reformationszeit. Aufsätze, hg. von Harald Marx, Dresden 2004, S. 175-188. – Morsak, Louis C.: Zur Rechts- und Sakralkultur bayerischer Pfalzkapellen und Hofkirchen, Freiburg/Schweiz 1984. – Münch, Michael: Burg und Kirche. Ein besonderes Kapitel aus dem Niederkirchenwesen, in: Archiv für mittelrheinische Kirchengeschichte 53 (2001) S. 137-195. – Naendrup-Reimann, Johanna: Weltliche und kirchliche Rechtsverhältnisse der mittelalterlichen Burgkapellen, in: Die Burgen im deutschen Sprachraum. Ihre rechts- und verfassungsgeschichtliche Bedeutung, Bd. 1, hg. von Hans Patze, Sigmaringen 1976 (VuF, 19), S. 123-153. – Ohle, Walter: Die protestantischen Schloßkapellen der Renaissance in Deutschland. Im Anschluß an die Kapelle des Schlosses Hartenfels in Torgau, Leipzig 1936. – Stevens, Ulrich: Kirchen und Kapellen, in: Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 1, hg. von Horst Wolfgang Böhme u. a., Stuttgart 1999, S. 315-320. – Stevens 2003. – Streich, Gerhard: Die Burgkapelle auf der Plesse, in: Plesse-Archiv 18 (1982) S. 9-18. – Streich, Gerhard: Burg und Kirche während des deutschen Mittelalters. Untersuchungen zur Sakraltopographie von Pfalzen, Burgen und Herrensitzen, 2 Bde., Sigmaringen 1984 (VuF. Sonderbd. 29). – Streich, Gerhard: Burgkapellen und ihre Patrozinien, in: Burgen in Mitteleuropa. Ein Handbuch, Bd. 2, hg. von Horst Wolfgang Böhme u. a., Stuttgart 1999, S. 58-65. – Thoma, Gertrud: Studien zur Geschichte des Benefiziums an der Schloßkapelle Rosenheim, in: Das bayerische Inn-Oberland 51 (1992) S. 5-109. – Thon, Alexander/Rudersdorf, Tina: Burgkapelle, Kapellenerker und Tragaltar. Überlegungen zu einer Typologie des Sakralbereichs mittelalterlicher Burgen im Rheinland, in: Jahrbuch für westdeutsche Landesgeschichte 25 (1999) S. 141-181. - Wex, Reinhold: Ordnung und Unfriede. Raumprobleme des protestantischen Kirchenbaus im 17. und 18. Jahrhundert in Deutschland, Marburg 1984. – Winzeler, Marius/Stekovics, Janos: Burg und Kirche. Christliche Kunst in Gnandstein, Halle 1994.

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Klewitz, Hans-Walter: Cancellaria. Ein Beitrag zur Geschichte des geistlichen Hofdienstes, in: DA 1 (1937) S. 44-79. – Reuvekamp-Felber, Timo: Volkssprache zwischen Stift und Hof. Hofgeistliche in Literatur und Gesellschaft des 12. und 13. Jahrhunderts, Köln u. a. 2003. – Schorn-Schütte, Luise: Prediger an protestantischen Höfen der Frühneuzeit, in Bürgerliche Eliten in den Niederlanden und in Nordwestdeutschland. Studien zur Sozialgeschichte des europäischen Bürgertums im Mittelalter und in der Neuzeit, hg. von Heinz Schilling und Hermann Diederichs, Köln u. a. 1985 (Städteforschung. A, 23), S. 275-336. – Sommer, Wolfgang: Obrigkeits- und Sozialkritik in lutherischen Regentenpredigten des frühen 17. Jahrhunderts, in: Predigt und soziale Wirklichkeit. Beiträge zur Erforschung der Predigtliteratur, hg. von Werner Welzig, Amsterdam 1981 (Daphis, 10), S. 113-140. – Thadden, Rudolf von: Die Brandenburgisch-Preußischen Hofprediger im 17. und 18. Jahrhundert. Ein Beitrag zur Geschichte der absolutistischen Staatsgesellschaft in Brandenburg-Preußen, Berlin 1959 (Arbeiten zur Kirchengeschichte, 32). – Zeissler, Gustav Ludwig: Geschichte der sächsischen Oberhofprediger, Leipzig 1856.