Göttinger Akademie erweitert ihren Namen

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Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen hat einen neuen Namen. Sie nennt sich fortan „Niedersächsische Akademie der Wissenschaften zu Göttingen“ und macht damit deutlich, dass sie eine wissenschaftliche Institution des Bundeslandes ist.

Satzungsgemäß ist sie zuständig für den Norden Deutschlands. Die Nachricht wollte Akademiepräsident Prof. Daniel Göske erst am Ende der öffentlichen Jahresfeier am 19. November in der Aula am Wilhelmsplatz verkünden, doch der neue niedersächsische Wissenschaftsminister Falko Mohrs kam ihm freundlich zuvor. Wenige Tage nach seiner Ernennung war er gemeinsam mit dem neuen Staatssekretär Prof. Joachim Schachtner und Ministerialdirigent Rüdiger Eichel zur Jahresfeier nach Göttingen gereist und äußerte sich zu Beginn der Veranstaltung erfreut über die Namenserweiterung: „Es macht uns stolz, dass Sie bereit sind, den Namen des Landes in den Namen der Akademie zu integrieren.“ Die lange vor dem Bundesland gegründete Akademie gehöre zu den traditionsreichsten Einrichtungen Niedersachsens, und das Renommee der Mitglieder stehe für sich. Er hob die Bedeutung der Akademie gerade in diesen krisenhaften Zeiten hervor, in denen sich auch zeige, was für ein fragiles Gebilde die Demokratie sei: „Die Akademie ist ein Ort der Grundlagenforschung, aber auch ein Ort für den interdisziplinären Austausch, für die Debatte“.

Göske präsentierte die beiden Säulen der Akademie: die Grundlagenforschung im von Bund und Land hälftig finanzierten „Akademienprogramm“ und die Gelehrtengesellschaft, die sich zweiwöchentlich zum interdisziplinären Austausch trifft. Beides sei weltweit ziemlich einzigartig. In bester Laune berichtete er, was die Akademie im vergangenen Jahr wissenschaftlich geleistet habe und mit welchen Veranstaltungen sie an die Öffentlichkeit gegangen sei. Zugleich kritisierte er, dass sie seit zwölf Jahren mit der gleichen Grundzuweisung für die Geschäftsstelle im Haushalt „überrollt“ worden sei. Der Ausgleich für Tarif- und Kostensteigerungen sei „überlebenswichtig“. Gemessen an der Zahl der Projekte sei die Göttinger Akademie eine der größten der acht Wissenschaftsakademien; leider sei sie aber auch die ärmste. Es sei daher entscheidend, dass „wir einen hinreichenden Aufwuchs bekommen, der uns wieder mit den anderen Akademien auf Augenhöhe bringen und uns kleine Anschubfinanzierungen von Projekten unserer Mitglieder ermöglichen würde.“ Zugleich fügte Göske hinzu, dass die Akademie sich weiter öffnen und stärker engagieren wolle: „Die Namenserweiterung ist eine Verpflichtung ebenso für uns wie für unsere niedersächsischen Zuwendungsgeber.“

Den Hauptvortrag hielt Dr. Ophelia Nick, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, zum Thema „Neue Lösungen suchen: Agrar- und Ernährungspolitik vor dem Hintergrund multipler Krisen“. Sie berichtete, dass im Ministerium wichtige Weichen gestellt worden seien, die den Ökolandbau förderten, aber auch die konventionelle Landwirtschaft nicht vergäßen. „Essen ist politisch, ob wir das wollen oder nicht“, sagte sie und bedankte sich dafür, dass sie auf der Jahresfeier über ihr „Herzensthema“ sprechen durfte.
Musikalisch begeisterten Nathalie Lewis an der Violine und Jihwan Hong am Klavier. Die beiden jungen Musiker vom Institut zur Früh-Förderung musikalisch Hochbegabter (IFF) in Hannover sorgten dafür, dass aus der bedeutendsten der jährlichen Veranstaltungen der Akademie ein wahres Fest wurde. alo                                  
Die Jahresfeier wurde aufgezeichnet und kann in der Mediathek aufgerufen werden.