In den Untersuchungen zur „Runischen Graphematik“ (2014–2019) wird der Vorgang der Verschriftung der germanischen Sprachen und die Entstehung und weitere Entwicklung einzelner, regional unterschiedlicher runischer Schriftsysteme dokumentiert, vergleichend beschrieben und erklärt. Der Blick wird vorwiegend auf die graphematischen Systeme und ihre Realisierung gerichtet; neben der formalen Variation der einzelnen Runen stehen dabei die Existenz von Schreibtraditionen und die Verwendung außerrunischer Zeichen besonders im Vordergrund.

Das Ziel ist eine vollständige, systematische und funktionale Analyse aller auf den Denkmälern der verschiedenen Teilcorpora erhaltenen Zeichen sowie der Beziehungen der auf dieser Basis erstellten Schriftsysteme untereinander und deren Verhältnis zum lateinischen Schriftsystem. Dies bedeutet, dass in einem ersten Abschnitt für jedes Zeichen, d. h. jede absichtlich auf einem Runendenkmal angebrachte Markierung, soweit wie möglich eine Funktion ermittelt wird. Die dabei ermittelten runischen Zeichen werden in einen Systemzusammenhang gestellt. In einem zweiten Abschnitt werden die Entwicklung der Schriftsysteme sowie die systeminternen und -externen Gründe und Auslöser für diese Entwicklung Gegenstand der Untersuchung sein.


Kontakt

Kiel (Federführung)

Prof. Dr. Edith Marold
audhgunth@isfas.uni-kiel.de 
emarold@t-online.de

Dr. Christiane Zimmermann
c.zimmermann@isfas.uni-kiel.de

Göttingen

„Südgermanische Runeninschriften“
Prof. Dr. Klaus Düwel 
kduewel@gwdg.de

 „Runica Manuscripta“
Prof. Dr. Wilhelm Heizmann
wheizma@lrz.uni-muenchen.de

Eichstätt-München

PD Dr. Kerstin Kazzazi
runes@kuei.de


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