Stellenausschreibung

Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen sucht zum 1.7.2017 oder später eine wissenschaftliche Mitarbeiterin / einen wissenschaftlichen Mitarbeiter (Entgeltgruppe 13 TV-L) mit 50% der Arbeitszeit einer/s Vollzeitzeitbeschäftigten für das Langzeitvorhaben "Digitale Gesamtedition und Übersetzung des koptisch-sahidischen Alten Testaments". Die Stelle ist befristet. Der Sitz der Arbeitsstelle ist Göttingen. Das Vorhaben hat eine geplante Laufzeit bis zum 31.12.2036.
Aufgabenbereiche:
• Sammlung und Erschließung koptischer Handschriftenbestände des Alten Testamentes zur Archivierung in einem Online-Datenbankportal (ggf. einschließlich Kollationierung und Erschließung von Handschriftenbeständen in Museen und Sammlungen vor Ort).
• Transkription und Auswertung der Handschriftentexte zur Erstellung einer digitalen Edition.
• Vergleich und Auswertung der Textüberlieferung zur Erarbeitung einer kritischen Edition der einzelnen Bücher des koptisch-sahidischen Alten Testamentes.
• Übersetzung des koptischen Editionstextes ins Deutsche oder Englische.
Voraussetzungen:
• Abgeschlossenes Hochschulstudium (Promotion bzw. Magister/ Master oder Äquivalent) in Koptologie, Theologie, Christlichem Orient oder Byzantinistik, Ägyptologie und verwandten Fächern. Die Möglichkeit zur wissenschaftlichen Weiterqualifikation ist gegeben.
• Solide Kenntnisse in koptischer Sprache (sahidischer Dialekt) und der Literatur/Textüberlieferung des christlichen Ägypten. Zusätzliche Fachkenntnisse und Erfahrungen in den Bereichen Philologie/Editionen,
Handschriften/Kodikologie und Digital Humanities werden besonders begrüßt.
Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber:
• Bereitschaft und Fähigkeit, sich mit der Textkultur und Textgeschichte des koptischen Alten Testamentes schnell vertraut zu machen
• Selbstverständlicher Umgang mit Datenbanken und Online-Medien sowie die Bereitschaft und Fähigkeit, sich in unterschiedliche Digital HumanitiesWerkzeuge, Methoden und Plattformen einzuarbeiten
• Erwünschte Sprachkenntnisse: die anderen Dialekte des Koptischen, Altgriechisch, und die in der Wissenschaft einschlägigen modernen Fremdsprachen (ein Leseverständnis mindestens des Englischen und Französischen ist fachüblich). Sprachkenntnisse in Hebräisch, Latein, Arabisch, Altsyrisch oder Äthiopisch (Ge’ez) sind sehr hilfreich
• Sehr gutes Zeitmanagement und nachgewiesene Teamfähigkeit
Die Akademie der Wissenschaften zu Göttingen ist dem Gleichbehandlungsgrundsatz verpflichtet und fördert die berufliche Gleichstellung von Frauen und Männern. Schwerbehinderte Menschen werden bei entsprechender Eignung bevorzugt berücksichtigt.
Bewerbungen mit den üblichen Unterlagen (Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnisse, ggf. Publikationsliste) sind bis zum 31.5.2017 in elektronischer Form zu richten an:
Prof. Heike Behlmer (hbehlme@uni-goettingen.de) oder:
Dr. Frank Feder (ffeder@gwdg.de)
Bitte senden Sie eventuelle Fragen zu dem Vorhaben ebenfalls an diese Adressen.
Allgemeine Informationen finden sich auch hier: http://coptot.manuscriptroom.com

Gospel of Jesus` Wife

Ihnen ist vielleicht der Medienzirkus um das sog. "Gospel of Jesus' Wife" nicht entgangen, das Papyrusfragment in koptischer Sprache, das 2012 beim Koptologenkongreß in Rom präsentiert wurde, mit dem internationalen Fachpublikum als ahnungslosen Statisten und dem Vatikan als pittoreskem Bildhintergrund. 

Nachdem sich schon bald die Indizien häuften, das es sich um eine Fälschung handelt, und nicht um ein neues gnostisches Evangelium, in dem Jesus von "seiner Frau" spricht, hat sich ein preisgekrönter Journalist und Autor, Ariel Sabar, der Rückverfolgung der Kaufgeschichte dieses Fragments angenommen, die unter anderem nach Berlin in die dortige Ägyptologie der Wendezeit führt.

Im Moment befindet sich Ariel Sabar zu Recherchezwecken in Deutschland und wird uns am 23.5. in Göttingen besuchen und steht uns für eine Podiumsdiskussion über die zum Teil skurrile Geschichte eines angeblichen Jahrhundertfundes zur Verfügung. Details zu der Veranstaltung, die am 23.05.17 um 18 Uhr im Vortragsraum der Alten SUB stattfindet, finden Sie in der Einladung anbei.

 

 

Am Donnerstag, den 8. September 2016, laden wir zu folgendem Gastvortrag von Dr. Dylan Burns (Freie Universität, Berlin) zum Thema “Blutrache, Kontroverse, und Gnostische Schriften entdeckt in Nag Hammadi. Die Entdeckung des Nag Hammadi Archivs” ein. Der Vortrag findet um 14:30Uhr im Lagarde-Haus (Friedländer Weg 11) statt.

Dylan Burns (PhD Yale University, 2011) ist Dienststellenleiter des DDGLC (Database and Dictionary of Greek Loanwords in Coptic)-Projektes am Seminar für Ägyptologie, Freie Universität Berlin.

 

 

"Schenute: Klostervorsteher und bedeutender koptischer Schriftsteller des 4./5. Jh."

Dienstag, 17. Mai 2016, 18Uhr im Tagungszentrum an der Sternwarte (Raum 1)

• Stephen Emmel: “Schenute (ca. 348–465): koptischer Mönch, Klostervorsteher, Schriftsteller”
• Bentley Layton: “The Structure of Monastic Life in Shenoute’s Monastery”
• Alin Suciu: “The Library of Shenoute’s Monastery: Center of Monastic Knowledge and Culture”
• Frederik Wisse: “Shenoute and the Bible”

The Coptic Bible and Coptic Literature in the Digital Age - International Summer School Göttingen/Hamburg 2015

Göttingen: Seminar für Ägyptologie und Koptologie

Hamburg: Hiob Ludolf Zentrum für Äthiopistik

Datum: 20. Juli - 1. August 2015

Texte auf Koptisch (der letzten Stufe der altägyptischen Sprache) werden im römisch-byzantinischen und frühislamischen Ägypten bis zum ausgehenden Mittelalter produziert. Die koptische Bibel z.B. ist eine der frühesten und wichtigsten Übersetzungen der christlichen heiligen Schriften in der Spätantike. Mönchsliteratur und hagiographische Texte aus Ägypten stellen die umfangreichste zeitgenössische Quelle zu frühchristlichen Klöstern dar.

Koptische Texte sind grundlegende Quellen für diverse Disziplinen: Sprachwissenschaft, Bibelwissenschaft und Kirchengeschichte, Spätantike, Ägyptologie, Islamwissenschaft. Sie sind auch das kulturelle Erbe der koptisch-orthodoxen Kirche Ägyptens selbst, die zusammen mit ihren kulturellen Hinterlassenschaften vor Ort unter den gegenwärtigen politischen Umständen im Nahen Osten unter enormem Druck steht.

Obwohl koptische Texte erst seit kurzem die Aufmerksamkeit der Digital Humanities (DH) auf sich gezogen haben, haben die Fortschritte in DH-Methoden und -Werkzeugen bereits zu einem Paradigmenwechsel im Fach geführt. Eine Reihe von neuen digitalen Projekten widmet sich verschiedenen Bereichen des koptischen Kulturerbes. Derzeit entstehen digitale Ausgaben der koptischen Bibel und koptischer literarischer Texte; Langzeitprojekte zur digitalen Lexikographie und zum Text Re-Use haben die Arbeit aufgenommen bzw. sind in der Planung. Die Integration dieser Projekte wird einen ganzheitlichen Zugang zu Sprache und Literatur des christlichen Ägypten bieten, das Feld revolutionieren und neue Forschungsthemen und Beschäftigungsmöglichkeiten sowohl für Koptologen wie für Wissenschaftler verwandter Disziplinen (Bibel, Religionswissenschaft, Mönchtum, Linguistik, Geschichte) und der Digital Humanities (digitale Geschichte, Korpuslinguistik, digitale Philologie, digitale Editionen) schaffen.

Es ist von entscheidender Bedeutung, dass Doktoranden und Nachwuchswissenschaftler die Chancen, die diese Revolution bietet, ausreichend vorbereitet wahrnehmen können. Der integrierte Ansatz der geplanten Sommerschule an den Universitäten Göttingen und Hamburg setzt es sich zur Aufgabe, diese Zielgruppe sowohl in der koptischen Bibel- und Literaturwissenschaft wie in den Methoden der Digital Humanities zu schulen. Weitere Sommerschulen sind im Zwei-Jahres-Rhythmus geplant, um Kompetenzen und Wissensbasis in einem sich rasch verändernden Feld zeitnah zu aktualisieren.

Bibelhandschriften aus Ägypten

Bibelhandschriften aus Ägypten – Zerstreuung, Verlust und digitale Wiederherstellung

öffentlicher Vortrag im Rahmen der Altertumswissenschaftlichen Vorlesungen von Dr. Frank Feder am 1. Juni 2015 in der Paulinerkirche (Papendiek 14) Göttingen.

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