Akademie der Wissenschaften zu Göttingen

Goethe-Wörterbuch

Zur Geschichte des Goethe-Wörterbuchs

Zeit für ein neues Europa?

13. Göttinger Akademiewoche. Mehr...

Das Goethe-Wörterbuch wurde Ende 1946, im Zuge der Rückbesinnung auf humanistische Traditionen, durch eine Denkschrift des klassischen Philologen und Goethe-Forschers Wolfgang Schadewaldt an der damaligen Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin begründet.

Es entstanden die drei Arbeitsstellen in Berlin (1947) mit Außenstelle Leipzig (1948), in Hamburg (Ende 1947) und in Tübingen (1951). Sie hatten zunächst anteilig die langwierige Stichwort-Exzerption auf der Grundlage der 143-bändigen ‘Weimarer Ausgabe’ und ergänzender Editionen zu leisten; dabei übernahm die Berliner Arbeitsstelle die Abteilungen "Werke" und "Tagebücher", die Hamburger Arbeitsstelle die Abteilungen "Briefe" und "Amtliche Schriften", die Tübinger die Abteilungen "Naturwissenschaftliche Schriften" und "Gespräche". Über das so allmählich auf über 3 Mio. Exzerpte angewachsene Belegarchiv verfügt inzwischen jede der Arbeitsstellen vollständig.

Nach vorbereitenden Wortmonographien, Probeartikeln und Einzelwerk-Wörterbüchern (z.B. zum ‘Werther’ und - unvollendet - zum ‘Götz’) stand die Konzeption des Gesamtwerk-Wörterbuchs 1966 in den Grundzügen fest (vgl. W. Schadewaldts Einführung zu Bd. 1).

Konzeptionelle und organisatorische Initiativen der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen, seit 1961 Trägerin der Hamburger Arbeitsstelle, führten zu Beginn der 80er Jahre zu einer erheblichen Straffung der lexikographischen Darstellung und zu einer Beschleunigung der Arbeit, ohne daß die Grundkonzeption mit den Eckpfeilern der vollständigen Aufnahme aller Wörter und ihrer umfassenden Bedeutungsbeschreibung Einbußen erlitt. Dies ist ab Band 2 an der günstigeren Umfangsrelation erkennbar, erreicht vor allem durch sparsamere Belegdokumentation zugunsten präziserer Bedeutungsangaben.

Seit 1998 besteht als Leitungsgremium eine gemeinsame Kommission der drei Akademien. Sie beschloß 2001 eine weitere, einschneidende Arbeitsbeschleunigung und eine zeitsparende, sehr knappe Darstellung insbesondere der hochbelegten grammatischen Funktionswörter.

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