Wellhausen-Vorlesung

Der Jerusalemer Tempel im Spiegel des Koran. Mehr...

Dass unter den Speziallexika, die das Archiv hervorbringen sollte, auch ein Homer-Lexikon sein sollte, war für Snell von vornherein klar. Die Arbeiten am Lexikon zu Homer, Hesiod und dem älteren Epos, wie es zunächst intern (bis1954) genannt wurde, begannen im Oktober1947. Nach zwei Jahren wurden an zahlreiche Fachkollegen Probeartikel und Richtlinien verschickt und schon im März 1950 waren über 40 Mitarbeiter gewonnen. Deren Mehrzahl kam von außerhalb, darunter prominente Namen wie Chantraine, H. Fraenkel, van Groningen, Leumann, Lloyd-Jones, Risch, Verdenius. 1955 erschien die erste Lieferung, im Jahresabstand die zweite, und 1959 die dritte. Das war ein halbwegs guter Start, und die Resonanz war überaus positiv. Eindrucksvoll ist die Liste der Rezensionen:

Von J.A.Davison und M.Willcock in der Classical Review von 1956 bis 1978, W. J. Verdenius in der Mnemosyne von 1957 bis1989, Alfred Heubeck im Gymnasium von 1957 bis1985 und im Göttingischen gelehrten Anzeiger von 1983 als unseren ständigen Begleitern zu den grossen Einzelrezensionen im Gnomon von Hermann Fränkel (1957), Oswald Szemerenyi (1991), Edzard Visser (2001), im Kratylos 2000 und 2003 von Rudolf Wachter waren alle sehr positiv. Kritischer war Bernhard Forsman in den Indogermanischen Forschungen von 1985 bis 1996 und praktisch ein Verriss war die Rezension von B. Marzullo im Philologus 1957, der zurecht die archaisierende Gestaltung des Homertextes an vielen Stellen monierte.

Aber von 1959 an erschien sechs Jahre lang kein neues Heft, ein deutliches Zeichen der Krise. Es zeigte sich die Schwäche des Systems der Koordination der großen Zahl der oft schon sehr prominenten auswärtigen Mitarbeiter und der jeweils nur kurzen Festanstellung von jungen, oft noch nicht promovierten Nachwuchskräften. Es durften viele Steckenpferde geritten werden. Erst EvaMaria Voigt konnte als (dritte) Redaktorin (nach H.J. Mette u. G. Knebel) ab Mitte der 60er Jahre eine relativ einheitliche Linie durchsetzen. Sie hat nach schwierigen Jahren praktisch das Lexikon neu gegründet, alle langjährigen Mitarbeiter, die das Lexikon dann dreißig Jahre geprägt haben, sind durch ihre Schule gegangen und haben bei ihr gelernt, ordentliche Artikel zu schreiben.

 

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